Immel, Hagen (1998) CC BY-NC-SA
unbekannt (1996) CC BY-NC-SA
unbekannt (1996) CC BY-NC-SA
unbekannt (1996) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Schaftform; Cul-de-lampe aus 12 Armen, 6 Arme tragen je eine Kerzentülle aus Glas mit Metalleinsatz, 6 Arme eine Vase-d‘enfilade (10-11 sechseckige Vollglasteile); Behang flache, sehr dicke Pendeloquen; unterhalb der Vasen je 2 gläserne "Croissant", daran hängend je 1 mittlere Pendeloque. Die Schaftenfilade ist aus verschiedenen sechseckigen geschliffenen Vollglasteilen zusammengesetzt, die eine Balusterform ergeben. Diese Enfilade ist unterbrochen durch 1 kleinen metallenen Stern, behängt mit kleinen Pendeloquen, einem großen Stern in der Mitte mit 6 Armen, daran große Pendeloquen und je eine Vase-d’enfilade, unter diesen je 1 Metallhäkchen und 2 gläserne "Croissant" mit kleinen Pendeloquen. Die Bekrönung bildet der 3. Metallstern, der unterhalb der Aufhängung zwischen den sechseckigen Bergkristallteilen eingereiht ist. Er besteht aus 6 Ärmchen mit 15 kleinen Pendeloquen; die Verdrahtung der Pendeloquen ist durch Rosetten oder Jasminblüten verdeckt. Unter dem Cul-de-lampe hängt der Bas-de-lustre, eine Birne aus Vollglas, die besonders stark solarisiert ist. Der Hersteller des Kronleuchters, der Glasschleifer Johann Christian “Bode” wurde seit Hübner 1926 durch einen Druckfehler als “Rohde” bezeichnet. Ab 1796 ist in den Schlossinventaren von einem ”Kronenleuchter von Crystal de Roche” die Rede. Dabei muss es sich um eine Verwechselung des Materials gehandelt haben. Gleichzeitig malt K. Uchtomski 1842 detailgetreu die hier beschriebene Krone. Der Originalbehang ist stark solarisiert (mangan verfärbt). Alle Glasteile sind in ihrer Form genau nach dem Vorbild des Bergkristallbehanges der 1746 in Paris gekauften Kronleuchter (Inv.Nr. VIII 92 und 93) gearbeitet und waren noch in großer Anzahl am Kronleuchter vorhanden. Die Montage des Gestelles ist technisch noch nicht so ausgereift, wie bei den französischen Kronleuchtern. Für die Ergänzungen des durch Solarisation stark mangan verfärbten Originalbehanges wurde modernes, leicht grünliches sogenanntes ”Kristallglas” benutzt. Auf eine farbliche Angleichung wurde verzichtet, um die Originale von den Kopien unterscheiden zu können. Der Kronleuchter befindet sich nach wie vor an dem Ort, für den er 1747 von König Friedrich II. erworben wurde, obwohl dieser Raum nach dem Tod des Königs 1786 im frühklassizistischen Stil umgestaltet wurde. Robert Schmidt (Brandenburgische Gläser, 1914, S. 102) zitiert zu diesem Kronleuchter eine im Zweiten Weltkrieg abhanden gekommene Akte aus dem Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem ("Akten der reponierten (alten Bau=) Registratur des Oberhofmarschallamtes Sr. Maj. d. Kaisers und Königs. Zechlinische Glashütte. Lieferungen 1765-72"). Darin steht, dass die Krone in "Höchst dero Schlaff Cammer zu Sans Souci" ein Kronleuchter wäre, der vom Bruder des Glasschleifers Trümper [KK: welchen Vornamens konnte nicht ermittelt werden], geliefert wurde. Das muss eine Verwechslung sein, denn es ist eindeutig belegt, dass Johann Christian Bode derjenige war, der diesen Kronleuchter in Potsdam, Schloss Sanssouci, Schlaf- und Arbeitszimmer Friedrichs II., R. 116, für 1000 Taler gefertigt hat. Käthe Klappenbach

ObjektartKronleuchter
MaßeHauptmaß: Höhe: 150.00 cm Durchmesser: 78.00 cm
MaterialGestell: Messing, feuerversilbert, darüber dünne Vergoldung - Behang: Glas, geschliffen, poliert
InventarnummerVIII 90
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:52
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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