Vorschuss-Verein 1879: "Westgiebel der Klosterkirche Chorin mit Kriegerdenkmal"
Beschreibung
Die Darstellung zeigt den berühmten Westgiebel der Klosterkirche von Chorin, die spätestens 1274 begonnen, bereits um 1300 vollendet war. Mit ihr entstand der erste Großbau der Mark Brandenburg, dessen Fassaden durchgängig den hochgotischen Stil aufweisen. Nach der Reformation dem Verfall und missbräuchlicher Nutzung (u.a. als Schnapsbrennerei und Schweinestall) ausgesetzt, wurde der Bau Anfang des 19. Jahrhunderts „wiederentdeckt“ und schrittweise restauriert. 1861 gelangte die Klosterruine an die Forstverwaltung, die hier eine Oberförsterei einrichtete. Zugleich entstand nördlich und westlich der Kirche ein Forstgarten, der als Forschungseinrichtung und Baumschule in enger Verbindung mit der Forstakademie in Eberswalde stand. Der in strengem Raster angelegte Garten war auf die Klosteranlage ausgerichtet und bildete, obwohl der Betrieb 1931 offiziell eingestellt wurde, auch danach eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit. Leider ließ die Landesforstverwaltung nach 1945 den Baumbestand roden. 1872 wurde auf Veranlassung von ehemaligen Studenten der Forstakademie auf der Hauptallee vor dem Westgiebel eine 1,73 m hohe und 1,00 m breite Gedenktafel für sieben gefallene Kameraden errichtet. Die aus geschwärztem Gusseisen bestehende und von einem Eisernen Kreuz bekrönte Tafel erhob sich über einem gestuften Granitsockel und trug auf der Vorderseite in vergoldeten Lettern die Namen der Gefallenen. Die Rückseite trug die Inschrift: "Den / braven im Kriege / gegen Frankreich / für / König und Vaterland / gefallenen Forstmännern / gewidmet von den Commilitonen. / Chorin im Jahre / 1872." Das Denkmal wurde nach dem Ersten Weltkrieg auf den Klosterfriedhof versetzt, wo es noch heute, inzwischen restauriert, aber ohne Eisernes Kreuz, steht. [Thomas Sander] Beschriftung: m.u.: Vorschuss-Verein 1879.
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Dieses Objekt im Museum
Die ehemalige Adler-Apotheke ist das älteste Fachwerkhaus der Stadt und eines der bedeutendsten Baudenkmale im Land Brandenburg. Sie beherbergt die städtischen Einrichtungen Kulturamt, Tourist-Information und Museum. In den drei Geschossen des Haupthauses sowie in dem über den Innenhof zu erreichendem Nordflügel werden Dauer- und Sonderausstellungen zur Haus-, Stadt- und Regionalgeschichte präsentiert. Unterschiedliche öffentliche und museumspädagogische Veranstaltungen ergänzen das Angebot des Museums. Unter anderem wird in der Dauerausstellung eine Reproduktion des Eberswalder Goldschatzes, des größten Fundes von Gold aus der Bronzezeit in Europa, gezeigt sowie Eberswalder Ideen, Erfindungen und Persönlichkeiten vorgestellt. Das Museum ist ganzjährig geöffnet, barrierefrei besuchbar und zeigt die Geschichte der Stadt Eberswalde, ihren Aufstieg zu Wiege der preußischen Industrie und Forstgeschichte. Dabei nutzt das Museum seine seit 1905 geführte Sammlung mit mehr als 25.000 Objekten, die seit 2023 erstmals sach- und fachgerecht in einem Depot lagert. Rund 1.300 Objekte sind in der Dauerausstellung zu sehen. Ein Besuch des Museums lohnt sich für Jung und Alt.

