Vorschuss-Verein 1882: "Schleifmühle"
Beschreibung
Das Bild ist mit 1883 datiert und damit ein Jahr später entstanden, als es die darunter stehende Titelschrift besagt. Zugleich wurde die letzte Ziffer bei „1882“ nachträglich ergänzt. Es handelt sich dabei nicht um eine Korrektur, denn es gibt keinen Hinweis auf eine Übermalung. Ähnliches findet sich auch bei der Ansicht vom „Askanierturm am Werbellinsee“ (vgl. Inv.-Nr. 0001221). Wie bei seiner Darstellung von der „Bunten Buche“ (vgl. Inv.-Nr. 0001257), so vermerkt der Maler auch hier mit einem gewissen Stolz, dass er das Bild von der Schleifmühle „nach der Natur“ gemalt habe. Es handelt sich um eine der beiden ab 1750 im Zuge des Aufbaus der Messerschmiedekolonie errichteten Schneidemühlen. Die eine stand westlich des Neuen Tores am Beginn des Schleifmühlenteiches. Die zweite und hier dargestellte Mühle wurde hingegen südwestlich des Neuen Tores in unmittelbarer Nähe der Stadtmauer und zwischen zwei künstlich angestauten Teichen platziert. Der Betrachter steht nördlich der Mühle (links im Bild), etwa auf Höhe der heutigen Kreuzung der Goethe- mit der Pfeilstraße und blickt nach Süden. Rechts ist das Wohnhaus für zwei Scherenschleiferfamilien zu sehen. 1880/81 wurde die vor der Stadtmauer verlaufende Gartenstraße (entlang der Holzbretterwand) reguliert und 1884 in Bismarckstraße (heute Goethestraße) umbenannt. Ein Jahr später ließ die Stadt die Mühlenbauten niederreißen und 1889 die Teiche zuschütten. [Thomas Sander] Beschriftung: u.l.: Schleifmühle, Paul Stutterheim / nach der Natur, 1883 ; m.u.: Vorschuss-Verein 1882.
Details und verwandte Objekte
Einordnung
Schlagworte
Dieses Objekt im Museum
Die ehemalige Adler-Apotheke ist das älteste Fachwerkhaus der Stadt und eines der bedeutendsten Baudenkmale im Land Brandenburg. Sie beherbergt die städtischen Einrichtungen Kulturamt, Tourist-Information und Museum. In den drei Geschossen des Haupthauses sowie in dem über den Innenhof zu erreichendem Nordflügel werden Dauer- und Sonderausstellungen zur Haus-, Stadt- und Regionalgeschichte präsentiert. Unterschiedliche öffentliche und museumspädagogische Veranstaltungen ergänzen das Angebot des Museums. Unter anderem wird in der Dauerausstellung eine Reproduktion des Eberswalder Goldschatzes, des größten Fundes von Gold aus der Bronzezeit in Europa, gezeigt sowie Eberswalder Ideen, Erfindungen und Persönlichkeiten vorgestellt. Das Museum ist ganzjährig geöffnet, barrierefrei besuchbar und zeigt die Geschichte der Stadt Eberswalde, ihren Aufstieg zu Wiege der preußischen Industrie und Forstgeschichte. Dabei nutzt das Museum seine seit 1905 geführte Sammlung mit mehr als 25.000 Objekten, die seit 2023 erstmals sach- und fachgerecht in einem Depot lagert. Rund 1.300 Objekte sind in der Dauerausstellung zu sehen. Ein Besuch des Museums lohnt sich für Jung und Alt.

