Rathaus-Erweiterung Potsdam, Erster Entwurf
Beschreibung
Bevor sich der Potsdamer Magistrat dazu entschloss, einen Wettbewerb für das neue Rathaus auszuloben, ließ er von Juli 1911 bis März 1913 den in der Bauberatung des Stadtbauamtes tätigen Architekten Reinhold Mohr Ideen für eine Erweiterung des Altbaus am Alten Markt ausarbeiten. Die vorliegende, mit Bleistift und Lineal konstruierte Ansicht zeigt die Fassade des von ihm projektierten Komplexes am Blücherplatz. Dazu gehört im Übrigen auch eine Ansicht mit der Fassade Am Alten Markt (AT-2016-104). Mohr entwickelte, ausgehend von den Geschosshöhen und Öffnungsmaßen des Altbaus, malerisch gegliederte Baukörper im Stil der damals hochaktuellen Heimatschutzarchitektur. Während über dem zweigeschossigen Werksteinsockel die palladianische Säulenarchitektur des Altbaus auf der linken Seite wiederaufscheint, adaptiert der rechte Bauteil Elemente des barocken Potsdamer Bürgerhauses. Wie am Alten Markt so sollte auch am Blücherplatz eine Tordurchfahrt das Innere des Rathauskomplexes erschließen. [Thomas Sander] Blattangaben: o.l.: Rathaus Potsdam 1912; u.l.: Ansicht vom Blücherplatz.; u.r.: R. Mohr 1912.
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Dieses Objekt im Museum
Das Potsdam Museum wurde 1909 von Potsdamer Bürgern und Mäzenen, die im Potsdamer Kunstverein und Potsdamer Museumsverein aktiv waren, als Städtisches Museum gegründet. Bereits in den Anfängen des Museums wurden umfangreiche Nachlässe, Stiftungen und Schenkungen mit historischem und kulturellem Wert dem städtischen Museum übergeben. Heute zählen die Sammlungsbestände des Museums über 200.000 Objekte. Wichtige Sammlungsschwerpunkte bilden dabei die Bereiche Bildende Kunst, Fotografie, Alltagskultur und Angewandte Kunst, Schrift und Druck sowie die umfangreiche Museumsbibliothek. Das Potsdam Museum hat in den vergangenen 100 Jahren eine wechselvolle Geschichte erlebt und häufig seinen Standort gewechselt. 2012 kehrte es an seinen Gründungsstandort in das Alte Rathaus am Alten Markt im Herzen der Stadt Potsdam zurück. Das Museum widmet sich städtischen Themen im Bereich der Kunst, Kultur und Geschichte. Dem neuen Potsdam Museum als Forum für Kunst und Geschichte stehen drei Etagen zur Verfügung. Seit 2013 ist die neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung zu besuchen. In zehn themenorientierten Modulen wird die Stadt- und Kulturgeschichte Potsdams auch im Kontext überregionaler Ereignisse präsentiert. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Präsentation der Stadtgeschichte hat das Potsdam Museum den Auftrag, regionale Kunst zu sammeln und auszustellen. Mit den Ausstellungen zur Bildenden Kunst möchte das Potsdam Museum nicht nur Künstlerinnen und Künstler der Region vorstellen, sondern auch überregionale und internationale Kunstpositionen vermitteln. Als Ausstellungsflächen stehen dafür der Galerieraum für Bildende Kunst im Sockelgeschoss und die Sonderausstellungsflächen im Erdgeschoss, die auch für Fotografie- und Geschichtsausstellungen genutzt werden, zur Verfügung.

