Furnierstuhl 50642 – Menzel Stuhl
Beschreibung
Der grazil anmutende Stuhl wurde aus 29 Lagen Furnierholz geformt. Bei 140 Grad wurde das geharzte Holz mit einer dampfbeheitzte Presse in Vorderbeine, Sitzfläche und Rückenlehne des Stuhls gepresst, die nun aus einem einzigen Stück geformt sind. Im selben Verfahren wurden auch die zwei Hinterbeine geformt, die durch Dübeln und Verleimen mit dem restlichen Stuhl fest verbunden wurden. Anschließend wurden die Konturen nachgefräst und die Oberfläche behandelt. Durch das Verfahren der spanlosen Verformung von Lagenhölzern konnten aus einem Kubikmeter Holz 130 Stühle - im Unterschied zu 50 Stühlen nach tischlermäßiger Anfertigung - hergestellt werden. Hinzu kam ein geringerer Materialabfall und Energieaufwand sowie die Ersparnis von Schrauben und sonstigen Metallverbindungen. Dennoch musste die Produktion des Stuhlmodells schon bald eingestellt werden, da es zu teuer für die breite Käufermasse war, für die er eigentlich konzipiert war. Zudem ist er nicht stapelfähig. Seine inoffiezielle Bezeichnung „Menzel-Stuhl“ erhielt der Stuhl wegen des Betriebsleiters Erich Menzel. Der Gestalter des Stuhls ist unbekannt. Bereits in den 1930er Jahren experimentierte Bruno Paul an den Deutschen Werkstätten mit der spanlosen Verformung von Lagenhölzern.
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Dieses Objekt im Museum
Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst aus der DDR Die Gegenstände des Alltags verschwinden, je weniger bedeutsam sie erscheinen und je beiläufiger sie gebraucht werden. Den Alltagsobjekten aus der DDR hat sich das Museum Utopie und Alltag am Standort Eisenhüttenstadt verschrieben. Dort sammelt es seit 1993 - zunächst unter dem Namen Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR - Gebrauchsgegenstände, Fotografien, Dokumente, Plakate und anderes mehr. Die von über 2000 Schenkern gestifteten Objekte der Sammlung bilden so etwas wie ein Sachinventar der DDR-Gesellschaft, das in wechselnden Ausstellung themenzentriert gezeigt und in der Dauerausstellung in den Kontext von Politik und Gesellschaft gestellt wird. Damit die Dinge kein Sammelsurium bilden, wird auf die Kontextualisierung durch Interviews und wissenschaftliche Erschließung der Sammlungen Wert gelegt. Die hier dokumentierten Objekte aus dem Bestand des Hauses zeigen Beispiele von Gebrauchsgegenständen, die in meist großer Verbreitung im Alltag anzutreffen waren.




