Beschreibung
Die zylindrische Vase besteht aus dünnwandigem weißen Porzellan. Sie gehört zu einem Sortiment von Vasen unterschiedlicher Größe, das 1962 auf der V. Deutschen Kunstausstellung in Dresden gezeigt wurde. Dort löste es, ähnlich wie ein schwarzes Mokkaservice von Hedwig Bollhagen (vgl. Inv.Nrn. V 6 ff.), heftige Kritik von Verfechtern eines „sozialistischen Realismus“ in der Formgestaltung aus. In einem Artikel zu der Kunstausstellung im Neuen Deutschland wurde bemängelt, das ein kein Dekor auf den schlichten Vasen gibt, womit festgestellt wurde: „Diese Vasen haben mit Kunst nichts mehr zu tun.“ Die Bezeichnung „Röhrenvasen“ geht auf denselben Artikel zurück, in dem der Autor sie als bedeutungslose weiße Röhren aus Porzellan bezeichnet. Später wurden auch mit Abziehbildern oder Aufdrucken dekorierte Varianten angeboten.
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Dieses Objekt im Museum
Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst aus der DDR Die Gegenstände des Alltags verschwinden, je weniger bedeutsam sie erscheinen und je beiläufiger sie gebraucht werden. Den Alltagsobjekten aus der DDR hat sich das Museum Utopie und Alltag am Standort Eisenhüttenstadt verschrieben. Dort sammelt es seit 1993 - zunächst unter dem Namen Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR - Gebrauchsgegenstände, Fotografien, Dokumente, Plakate und anderes mehr. Die von über 2000 Schenkern gestifteten Objekte der Sammlung bilden so etwas wie ein Sachinventar der DDR-Gesellschaft, das in wechselnden Ausstellung themenzentriert gezeigt und in der Dauerausstellung in den Kontext von Politik und Gesellschaft gestellt wird. Damit die Dinge kein Sammelsurium bilden, wird auf die Kontextualisierung durch Interviews und wissenschaftliche Erschließung der Sammlungen Wert gelegt. Die hier dokumentierten Objekte aus dem Bestand des Hauses zeigen Beispiele von Gebrauchsgegenständen, die in meist großer Verbreitung im Alltag anzutreffen waren.

