Pfauder, Wolfgang (2019) CC BY-NC-SA
Pfauder, Wolfgang (2019) CC BY-NC-SA
Pfauder, Wolfgang (2019) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Walzenkrug aus gelbstichigem, farblosem Glas mit gestauchtem Standring und angesetztem Henkel, der Boden mit einer großen Sonnenblume aus mittlerer Kugelung mit mattierten Blütenblättern versehen. Über dem Standring ein versenkter und mattierter Spitzblattfries. Die Wandung ist mit zwei Kartuschen dekoriert. Die heraldisch rechte ist in Mattschnitt mit dem Wappen der Grafen zu Finckenstein dekoriert, zwei voneinander abgewendete Halbmonde, mit reicher Helmzier aus ebendiesem Motiv. Die heraldisch linke Kartusche ist mit mattiertem Rollwerk verziert, gesäumt von kleinen Kugelungen und zeigt einen Blumenkorb mit einer zentralen Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) auf einem Landschaftssockel. Darüber die Inschrift "Mes yeux pour toutes / et mon coeur pour une" (Meine Augen für alle / und mein Herz für einen), der Mündungsrand mit mattiertem Spitzblatt- und Akanthusfries, mit alternierendem Ornament aus jeweils vier geblänkten Kugelungen. Die Inschrift verweist darauf, dass der Walzenkrug anlässlich einer Eheschließung angefertigt wurde, eventuell 1743 derer des preußischen Ministers Karl Wilhelm Graf Finck von Finckenstein (1714–1800) mit der entfernt verwandten Sophie Henriette Susanne Finck von Finckenstein (1723–1762). Dafür würde das einzelne Familien- anstelle eines Allianzwappens sprechen. Die im Nahen Osten einheimische, giftige Kaiserkrone wurde als Kupferstich 1735 von Johann Wilhelm Weinmann in seiner Phytanthoza Iconographia in Regensburg publiziert. In Mitteleuropa wird sie aber bereits seit spätestens 1573 kultiviert. Es gibt zahlreiche Sorten mit gelben, orangefarbenen oder ziegelroten Blüten. Der Krug wurde 1978 mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie aus der Sammlung Dohna angekauft und gehörte ehemals zum Inventar von Schloss Schlobitten. Er soll ein Erbstück der Caroline Dohna (1753–1774) sein, geb. Gräfin Finckenstein, der Gemahlin von Ludwig zu Dohna-Lauck (1733–1787), die bereits drei Jahre nach der Hochzeit verstarb (vgl. Grommelt/Mertens, Das Dohnasche Schloss, 1962, S. 322). Verena Wasmuth

ObjektartHumpen
MaßeHauptmaß: Höhe: 14.00 cm Breite: 9.50 cm Durchmesser, mit Henkel: 13.00 cm
MaterialGlas, farblos, geschliffen
InventarnummerXIII 846
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:51
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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