Pfauder, Wolfgang (2019) CC BY-NC-SA
Pfauder, Wolfgang (2019) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, leicht ansteigener Fuß mit versenktem und mattiertem Spitzblattdekor, ebenso am Baluster des massiven Schaftes, der hoch mit einem wabenfacettierten und einem mit Kugelschliff verzierten Nodus zwischen kräftigen Ringscheiben aufgebaut ist, sowie am Ansatz der distelförmigen Kuppa, darüber ein Steinchenfries. Die sich darüber konisch weitende Kuppawandung ist mit einem fein geschnittenen Harlekin auf einem Landschaftssockel – nach rechts blickend und mit einem großen Hut und Holzschwert ausgestattet – in einem Medaillon dekoriert, dass von je einer Säule flaniert wird, die eine Architektur mit Blumenkörben tragen, zu beiden Seiten in symmetrischer Anordnung geblänkte Blumen-, Blatt- und Beerenranken auf mattiertem Grund. Den Mündungs- sowie den Deckelrand ziert ein geschliffener Rundbogenfries mit kleinen geblänkten Kugelungen in den Zwickeln. Auf der gebauchten Deckelschulter wiederholt sich der Steinchenfries, darüber, am schräg ansteigenden Ansatz zum Knauf mit Wabenfacetten, der Spitzblattdekor. Auch der Knaufnodus zwischen Ringscheiben ist wabenfacettiert. Den abschließenden Knaufbaluster ziert erneut ein Spitzblattfries. Der reich veredelte Pokal datiert in die Zeit zwischen 1710 und 1720 und kann der Potsdamer Hütte zugeschrieben werden, wie mehrere Vergleichsstücke dokumentieren (vgl. Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 83f., S. 146f.; Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Abb. 10, S. 71 und Kat. 148, S. 243; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 23.3). Ungewöhnlich ist seine distelförmige Kuppaform, die ebenfalls ein im Dekor eng verwandter, verschollener Pokal mit ergänztem Silberfuß aus dem ehemaligen Beuth-Schinkel Museum in Berlin vorweist (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Abb. 34, S. 89) sowie ein Potsdamer Glas in der Sammlung Röhl, derzeit als Dauerleihgabe im Glasmuseum Hentrich, Düsseldorf (Inv. Nr. mkp.LP 2017-21). Stilistisch eng verwandt ist ein weiteres Glas im Bestand der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (Inv. Nr. XIII 12). Der Deckelpokal stammt aus dem Inventar von Schloss Schlobitten und wurde 1978 mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie aus der Sammlung Dohna erworben. Verena Wasmuth

ObjektartPokal
MaßeHauptmaß: Höhe, mit Deckel: 37.50 cm Höhe, ohne Deckel: 25.00 cm Durchmesser: 10.50 cm
MaterialGlas, geschliffen
InventarnummerXIII 852
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:51
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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