Deckelflöte mit goldstaffierten Blumen
Beschreibung
Flöte mit zugehörigem Deckel aus farblosem Glas, zarter Scheibenfuß, massiver Balusterschaft zwischen Ringscheiben, angesetzt eine trichterförmige, sehr hohe Kuppa. Deren Wandung ist mit drei großen Blumen, einer Tulpe, einer Iris und einer Narzisse, in naturalistischer Dynamik dekoriert, deren Stängel und Blüten in Tiefschnitt konturiert und dann vergoldet sind. Alle Blätter, Details sowie eine Reihe von Insekten wie Raupen, Fliegen, Schmetterlinge und Bienen sind in Gold gemalt. Der Mündungs- und Deckelrand sind kräftig vergoldet, ebenso der schlichte, massive Knauf, auf dem Deckel ebenfalls geschnitten und goldstaffiert zweimal zwei zusammengebundene Blumen. Der formale Vergleich verortet die Flöte in die Potsdamer Glasmanufaktur, 1730 bis 1735 (identische Maße wie Inv. Nr. XIII 862). Während die meisten überlieferten Beispiele Bildnisse der Königsfamilie und Monogramme tragen, ist lediglich eine Flöte mit ähnlichem Blumendekor publiziert (vgl. Schade, Das deutsche Glas, 1958, Kat. 70). Das Glas stammt aus dem Inventar von Schloss Schlobitten und wurde 1978 aus der Sammlung Dohna mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie angekauft. Stellenweise ist der Golddekor des Pokals berieben, der Deckel weist erste Anzeichen der Glaskrankheit auf. Verena Wasmuth
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Dieses Objekt im Museum
Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.






