Pfauder, Wolfgang (2019) CC BY-NC-SA
Pfauder, Wolfgang (2019) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Spitzkelch aus dickwandigem, farblosem Glas, der sanft ansteigende Fuß mit versenktem Rundbogenfries, dessen Kontur mit einer Kette aus geblänkten Kugeln verziert ist. Der massive Schaft ist mit zwei Reihen von Rundbögen facettiert, der obere mit Oliven in Tiefschliff, und geht nahtlos in die konische Kuppa über, deren Ansatz den Dekor des Fußes wiederholt. Die Kuppawandung ist mit einem Allianzwappen unter einer Grafenkrone in Mattschnitt dekoriert, von einem Löwen gehalten, rechts darüber ein kleiner fliegender Vogel, auf das von rechts ein Putto mit einem bekrönten Medaillon zufliegt, darauf das ligierte Spiegelmonogramm "AWB". Die gegenüberliegende Seite zeigt einen mattgeschnittenen Baum. Der Mündungsrand trägt einen Kugelfries. Ursprünglich dürfte ein Deckel zugehörig gewesen sein. Es handelt sich um das Allianzwappen derer Finck von Finckenstein und derer von Hoff, wohl für Albrecht Konrad Reinhold Finck von Finckenstein (1660–1735) und Susanna Magdalena von Hoff (1676–1752), der Oberhofmeisterin der Königin Sophie Dorothea. Finck von Finckenstein war ein preußischer Generalfeldmarschall und Prinzenerzieher, Ritter des Schwarzen Adlerordens und Senior des Johanniterordens. Der Pokal entstand anlässlich der Hochzeit im Jahr 1700 und datiert formgleiche Spitzkelche mit ähnlichem Rundbogenschliff weitaus früher, als bislang angenommen wurde (vgl. auch Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 4.5+6). Das Monogramm lässt sich nicht auflösen. Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg verwahrt ein Vergleichsstück, ebenfallsmit dem Wappen derer Finck von Finckenstein mit nicht zugehörigem Deckel (Inv. Nr. Gl326). Das Glas wurde 1978 von aus der Sammlung Dohna mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin erworben. Es befand sich ehemals in Schloss Schlobitten, Ostpreußen, und soll einen zugehörigen Deckel besessen haben. Verena Wasmuth

ObjektartKelchglas
MaßeHauptmaß: Höhe: 17.00 cm Durchmesser: 9.00 cm
MaterialGlas, farblos, vergoldet
InventarnummerXIII 864
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:51
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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