Lindner, Daniel (2019) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Pokal mit zugehörigem Deckel aus reinem, farblosem Glas, ansteigender Fuß mit tiefgeschliffenem Rundbogenfries, gesäumt von Perlen. Angesetzt der Schaft aus einem kräftigen Nodus, einem massiven, zellenfacettierten Baluster mit zweimal sechs konzentrisch um eine zentrale Blase eingestochenen Luftblasen, unten tränenförmig, oben rund, sowie einer doppelten Ringscheibe. Die becherförmige Kuppa wiederholt am Ansatz den Rundbogendekor vom Fuß. Auf der Wandung eine mattiertes Medaillon mit drei geblänkten Schachrochen, gehalten zu beiden Seiten von Ziegenböcken, mit einer Adelskrone und Rollwerk. Der Mündungs- sowie der Deckelrand sind mit einer Kugelborte dekoriert. Der Deckel trägt ebenfalls den Rundbogendekor und ist mit einem hohen Knauf versehen, der die Zierart des Schaftbalusters aufgreift, Abschlussnodus mit Sternfacette.Anhand des markanten Rundbogen- sowie des Luftblasendekors ist der Deckelpokal nach Potsdam zu verorten und auf etwa 1720 bis 1735 zu datieren (vgl. Inv. Nr. XIII 864; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 30). Das Medaillonwappen lässt sich auflösen als das Wappen derer von Rochow, einer kurmärkischen Adelsfamilie mit Sitz in der Nähe von Stendal. Das Glas könnte Friedrich Wilhelm von Rochow (1689–1759) gehört haben, der als preußischer Generalleutnant ein Vertrauter König Friedrich Wilhelms I. als auch des Kronprinzen Friedrich war. Möglicherweise erhielt von Rochow den Pokal anlässlich seiner Beförderung zum Oberstleutnant am 30. Oktober 1730. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg kaufte ihn 2003 im Kunsthandel an. Verena Wasmuth

ObjektartEintrag folgt
MaßeHauptmaß: Höhe, mit Deckel: 31.00 cm
MaterialGlas, farblos, Mattschnitt
InventarnummerXIII 1023
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:51
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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