Marienwalder Vierkantflasche von 1645
Beschreibung
Vierkantflasche aus gelblichgrünem Glas, monitert mit silbernem Schraubverschluss. Die Schauseite emailbemalt in Hellblau, Weiß und Ockergelb mit dem Stammwappen derer von Schlieben mit einem blau-weiß geschachten Balken und reicher Helmzier, darüber die weiße Umschrift "FRIEDRICH.V.SCHLIEBEN 16 / 45". Die beiden Seiten sind mit Maiblumenstauden in Ockergelb, Rot, Grün, Hellblau und Weiß bemalt, die Schulter mit einem Punktband in Weiß und Hellblau. Das dargestellte Wappen könnte sich auf den damals 15-jährigen Johann Friedrich von Schlieben (1630–1696) beziehen, aus der ostpreußischen Linie dieses sächsischen Adelsgeschlechts. Die Malerei lehnt sich an böhmische Vorbilder an. Die Darstellung des Wappens Johann Friedrichs von Schlieben hingegen verweist auf die kurfürstliche Glashütte Marienwalde (heute Bierzwnik) in der Neumark. Zwei sehr eng verwandte Pendants auf Konrad von Burcksdorff (1595–1652) sowie auf den späteren Berliner Bürgermeister Matthias Neuhaussen (gest. 1681), beide von 1644, dürften von derselben Hand stammen (Mirow, Marienwalder Vierkantflaschen 1931, Abb. 1–3, S. 123f.). Erstere war 1980 in der Hans Cohn Collection, Los Angeles, letztere ist bis heute verschollen (vgl. Saldern, Glas, 1981, Kat. 219, S. 226, Plate 28). Die Flasche war ehemals im Dohna'schen Schloss Schlobitten in Ostpreußen inventarisiert. Sie konnte 1978 mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin aus der Sammlung Dohna angekauft werden. Verena Wasmuth
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Dieses Objekt im Museum
Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.








