Spielfahrzeug Schaukelwagen
Beschreibung
Das multifunktionale Spielgerät gilt mit seiner klaren Geometrie aus linearen und kreisförmigen Elementen sowie dem innovativen Materialgebrauch (verformtes Sperrholz) als Zeugnis der Bauhaus-Rezeption in der frühen DDR: Zwei halbrund gebogene Holzleisten mit sechs runden und zwei breiteren Querstreben fußen auf zwei geraden Holzleisten mit wiederum zwei Querstreben. Eine wellenförmig gebogene Sperrholzplatte ist mitten in den dadurch geformten Halbkreis an eine breite Querstrebe der gebogenen Leisten und eine Querstrebe der geraden Leisten befestigt. Zwischen den geraden Leisten, parallel zu deren Querstreben, sind zwei Achsen mit je zwei Rädern aus rot gefärbtem Holz und schwarzem Kunststoff angebracht. Öffnungen zwischen den breiten Querstreben der gebogenen und geraden Leisten ermöglichen es einem Kleinkind in diesen Halbkreis zu schlüpfen und sich auf die Z-förmige Holzplatte zu setzen. Auf die gebogenen Leisten gestellt kann das Spielfahrzeug als Wippschaukel und auf die Räder gestellt als Wagen benutzt werden. Daher kommt die Bezeichnung „Schaukelwagen“. Entstanden ist das Spielfahrzeug während des Studiums von Hans Brockhage und Erwin Andrä an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. In den Werkstätten der Hochschule an einem Schaukelpferd arbeitend, soll ihm der Seminarleiter Mart Stam in gebrochenem Deutsch empfohlen haben: „Überlege – wenn gedrechseltes Pferd umfällt, ist Pferd tot. Du musst machen Pferd, das nicht tot ist, wenn fällt um“.
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Dieses Objekt im Museum
Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst aus der DDR Die Gegenstände des Alltags verschwinden, je weniger bedeutsam sie erscheinen und je beiläufiger sie gebraucht werden. Den Alltagsobjekten aus der DDR hat sich das Museum Utopie und Alltag am Standort Eisenhüttenstadt verschrieben. Dort sammelt es seit 1993 - zunächst unter dem Namen Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR - Gebrauchsgegenstände, Fotografien, Dokumente, Plakate und anderes mehr. Die von über 2000 Schenkern gestifteten Objekte der Sammlung bilden so etwas wie ein Sachinventar der DDR-Gesellschaft, das in wechselnden Ausstellung themenzentriert gezeigt und in der Dauerausstellung in den Kontext von Politik und Gesellschaft gestellt wird. Damit die Dinge kein Sammelsurium bilden, wird auf die Kontextualisierung durch Interviews und wissenschaftliche Erschließung der Sammlungen Wert gelegt. Die hier dokumentierten Objekte aus dem Bestand des Hauses zeigen Beispiele von Gebrauchsgegenständen, die in meist großer Verbreitung im Alltag anzutreffen waren.




