Stahlrohrstuhl 3101 - Kantinenstuhl
Beschreibung
Leider ist der Gestalter eines der erfolgreichsten Möbelstücke der DDR nicht bekannt. Bezeichnend für den schlicht „Modell 3031“ genannten Stuhl ist sein Stahlrohrgestell, welches sich von anderen sogenannten „Kantinenstühlen“ auf Grund seiner lediglich 3 Stahlrohre unterscheidet. Während üblicherweise mindestens 4 gebogene Rohre für ein Stuhlgestell benötigt wurden, besteht das Gestell von Modell 3031 aus zwei S-förmigen Rohren, die die Vorderbeine, Träger der Sitzfläche und Rückenlehne bilden, sowie aus einem U-förmigen Rohr für die Hinterbeine. Die Stahlrohre wurden mit einem schwarzen Kunststoff beschichtet, der besonders an den Beugen abblättert. Zwei ergonomisch geformte Sperrholzbretter, die mit jeweils vier Schrauben an dem Stahlrohrgestell befestigt sind, dienen als Sitz- und Lehnfläche. Während die Rückenlehne leicht konkav ist, um sich dem Rücken anzupassen, weist die Sitzfläche in der Mitte eine leichte rundliche Senke auf. Das Modell 3031 war in unterschiedlichen Variationen erhältlich: mit oder ohne Holzarmlehnen, mit gepolsterten oder ungepolsterten Sitzflächen und Rückenlehnen, mit verchromtem Stahlgestell oder einbrennlackierter Oberfläche. Gepolsterte Stühle konnten mit Stoff, Schaumkunstleder oder abwaschbarer Weichfolie bezogen werden. Während ungepolsterte Stühle mit Sitzflächen und Rückenlehnen aus Sperrholz stapelbar waren, konnten flach oder hoch gepolsterte Stühle nicht gestapelt werden. Von dem Stuhl wurden in der DDR bis 1990 jährlich etwas 100.000 Stück produziert. Heute wird der Stuhl in unterschiedlichsten farblichen Ausführungen unter dem Namen comeback vom Nachfolgebetrieb L&C. Stendal Metallmöbel GmbH, hergestellt.
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Einordnung
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Dieses Objekt im Museum
Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst aus der DDR Die Gegenstände des Alltags verschwinden, je weniger bedeutsam sie erscheinen und je beiläufiger sie gebraucht werden. Den Alltagsobjekten aus der DDR hat sich das Museum Utopie und Alltag am Standort Eisenhüttenstadt verschrieben. Dort sammelt es seit 1993 - zunächst unter dem Namen Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR - Gebrauchsgegenstände, Fotografien, Dokumente, Plakate und anderes mehr. Die von über 2000 Schenkern gestifteten Objekte der Sammlung bilden so etwas wie ein Sachinventar der DDR-Gesellschaft, das in wechselnden Ausstellung themenzentriert gezeigt und in der Dauerausstellung in den Kontext von Politik und Gesellschaft gestellt wird. Damit die Dinge kein Sammelsurium bilden, wird auf die Kontextualisierung durch Interviews und wissenschaftliche Erschließung der Sammlungen Wert gelegt. Die hier dokumentierten Objekte aus dem Bestand des Hauses zeigen Beispiele von Gebrauchsgegenständen, die in meist großer Verbreitung im Alltag anzutreffen waren.






