RR-F

Beschreibung

Die Neuhaldenslebener Eisenbahn- Gesellschaft (NhE) betrieb seit 1887 die Strecke vom heutigen Haldensleben nach Eilsleben, gelegen an der Strecke Magdeburg- Helmstedt. Anfang der dreißiger Jahre investierte die NhE verstärkt in die Erneuerung ihres Fahrzeugparks. Zur Rationalisierung des Personenverkehrs baute man in der eigenen Werkstatt 1932 einen Packwagen zu einem Schlepptriebwagen um. Dieser Schlepptriebwagen lief zusammen mit zwei Steuerwagen, die 1927 als Personenwagen in der Waggonbaufabrik Wismar entstanden und ebenfalls in eigener Werkstatt umgebaut wurden. Der somit aus dem mit T03 bezeichneten Schlepptriebwagen und den mit C 309 und C 310 bezeichneten Steuerwagen gebildete Zug erfreute sich beim Publikum großer Beliebtheit. Vier Jahre später, 1936, entstand in eigener Werkstatt aus einem von der WUMAG in Görlitz erworbenen, dort nicht mehr verwendeten vierachsigen Untergestells eines Triebwagens der vierachsige Steuerwagen C 111. Nach der Übernahme der NhE durch die Deutsche Reichsbahn am 01.04.1949 erhielt der Steuerwagen C 111 zunächst die Bezeichnung VS 145 502 und war bis zum 04.07.1956 im neugegründeten Bw Haldensleben stationiert. In das Jahr 1956 fällt auch die erste Erneuerung des Farbanstrichs. Weitere Stationen unseres Steuerwagens waren nach 1956 die Bahnbetriebswerke Aschersleben, Brandenburg-Altstadt, Jerichow und wiederum Brandenburg. 1961 wurde ihm im Raw Dessau ein drittes Spitzenlicht angebaut, 1962 erfolgte dann schließlich auch im Raw Dessau der Umbau unseres Steuerwagens in einen Beiwagen. Es wurden Schlusslaternenhalter und Alu-Gepäck- und Schirmraufen angebaut. Der Beiwagen lief nun mit der Bezeichnung VB 147 512 nacheinander in den Bahnbetriebswerken Jerichow, Brandenburg, Haldensleben, Blankenburg, Salzwedel, Stendal, Brandenburg, Haldensleben, Blankenburg, Stendal, Haldensleben und wieder Brandenburg, um dann seit Juni 1968 bis zu seiner Ausmusterung im Bw Jerichow stationiert gewesen zu sein. 1970 erhielt der Beiwagen im Rahmen der EDV-Umnummerierung die Bezeichnung 197 833-7. Ende 1971/Anfang 1972 erhielt der Beiwagen im Raw Schöneweide einen neuen Farbanstrich. Von Mai bis September 1974 weilte der Wagen wieder dort. Auf Grund einer Neuerervereinbarung wurden die Drehgestelle der preußischen Regelbauart durch S-Bahn Drehgestelle ersetzt sowie der Wagen in seinen letzten Zustand bis zur Ausmusterung umlackiert. Seine letzte Untersuchung erhielt unser Beiwagen am 08.08.1977 im Bw Jerichow. Später dann in Schönhausen/Elbe abgestellt, erfolgte am 02.05.1982 seine Überführungsfahrt nach Salzwedel, um in den Besitz der damaligen DMV Arbeitsgemeinschaft 7/64 überzugehen, aus dem 1990 die Draisinen- und Modellbahnfreunde Salzwedel hervorgingen.

ObjektartBeiwagen
MaterialStahl
Inventarnummero. Inv.
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:51
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Historischer Lokschuppen Wittenberge RR-F

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Historischer Lokschuppen Wittenberge

Das Bahnbetriebswerk (Bw) Wittenberge kann auf eine über 160-jährige Geschichte zurückblicken. Einst gehörte Wittenberge zu den größten Bahnbetriebswerken der Deutschen Reichsbahn (DR). Bereits 1846 nahm die Berlin-Hamburger Eisenbahn (BHE) in der Elbestadt den ersten Lokschuppen, den heutigen Schuppen III, in Betrieb. 1872 folgte eine so genannte Rotunde mit 18 Gleisen und einer in der Mitte liegenden Drehscheibe (später Schuppen I). Zwischen diesen beiden Lokschuppen entstand 1889 ein Ringschuppen, der heutige "Historische Lokschuppen". Zwei Wassertürme (1873 und 1898), verschiedene Werkstätten und Lokbehandlungsanlagen ergänzten das Bahnbetriebswerk, das bis 1915 seine heutige Ausdehnung erreichte. In den 1960er-Jahren entwickelte sich Wittenberge zu einem Groß-Bw mit rund 1.000 Eisenbahnern und bis zu 150 Lokomotiven. Bei Eisenbahnfreunden aus aller Welt war das Bw Wittenberge vor allem für seine Dampfloks der Baureihen 0.15, 44Öl, 50Öl und 50.35 bekannt. Erst im Frühjahr 1987 hatten in der Elbestadt die letzten Dampfloks ausgedient. Mit dem Zusammenbruch des Schienenverkehrs auf den Strecken der DR verlor auch das Bw Wittenberge in den 1990er-Jahren rasch an Bedeutung. 1997 schlossen sich dann die Schuppentore und die Natur eroberte sich langsam das Areal zurück. Doch nach 15 Jahren Dornröschenschlaf geschah ein Wunder - Dampfloks zogen wieder in den Ringlokschuppen ein. Die Stadt Wittenberge hatte im Herbst 2010 das Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes mit seinen beiden noch vorhandenen Lokschuppen, der Drehscheibe, den Wassertürmen und den Gleisanlagen erworben. Im Sommer 2011 begann mit Fördermitteln der Europäischen Union, des Landes Brandenburg sowie des Bundes die aufwändige Sanierung und der Umbau des Ringlokschuppens zum größten Eisenbahnmuseum in Brandenburg. Im Herbst 2012 war es dann soweit - der Historische Lokschuppen öffnete wieder seine Tore. Glanzstücke der Sammlung sind die fünf für das Bw Wittenberge lange Zeit typischen Dampfloks der Baureihe 50.35. Außerdem können die Besucher die kleine Werklok Emma, eine schwere Güterzuglok der Baureihe 44 sowie 5 Diesel- und 8 Kleindieselloks bewundern. Die Eisenbahnfreunde betreuen auch einen Lazarettwagen der Deutschen Reichsbahn, den Autotransportwaggon des ersten DDR-Regierungszuges und mehrere Draisinen. Neben den Loks und Wagen gehört auch das 1909 gebaute Stellwerk "Wm" zum Eisenbahnmuseum. Wer möchte, kann hier selbst einmal Hand an die Hebel legen und sich davon überzeugen, dass das Umlegen einer Weiche und das Stellen eines Signals früher schwere körperliche Arbeit war.

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