Die Opferung Isaaks
Beschreibung
Die Opferung Isaaks; nach Raffael. Kupferstich von Pieter van der Heyden, 1552. Die Darstellung rekurriert auf die alttestamentliche Episode, in der Gott Abraham auffordert, ihm als Zeichen seiner Treue seinen Sohn Isaak als Brandopfer darzubringen (Genesis 22, 1-14). Links schwingt Abraham einen Säbel, um Isaak, der gefesselt und gebeugt auf dem Opferaltar kniet, zu schlachten. Ein in der Bildmitte oben fliegender Engel fällt ihm in den Arm. Rechts schwebt ein weiterer Engel kopfunter mit einem Lamm zur Erde. Auf dem Opferaltar beschriftet: „RAPHAEL VRBIN INVt / HIERONYMUS COCK EXCVDEBAT 1552“. Am unteren Plattenrand lateinischer Text mit Bezug zum Alten Testament (Genesis 22). Das dramatische Geschehen wurde, zusammen mit vier anderen alttestamentlichen Szenen ursprünglich 1513/14 von Raffael und seiner Werkstatt als Teil der Gewölbeausmalung im Saal des Heliodors im Vatikan festgehalten. Hieronymus Cock, einer der wichtigsten Verleger von Druckgrafiken seiner Zeit in Antwerpen, ließ Pieter van der Heyden nach dieser Vorlage den hier gezeigten Kupferstich anfertigen. Damit und mit anderen Drucken trug Cock bereits im 16. Jahrhundert wesentlich zur Verbreitung des Ruhms des italienischen Renaissance-Meisters im nördlichen Europa bei. | Wolfgang Rose
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Dieses Objekt im Museum
Die Stiftung Wredowsche Zeichenschule ging aus einer 1870 gegründeten gewerblichen Zeichenschule hervor. Hier sollten Handwerker in der ansprechenden, materialgerechten Gestaltung ihrer Produkte unterrichtet werden. Ab 1871 wurde die Schule von dem aus Brandenburg stammenden Berliner Bildhauer August Wredow (1804-1891) mit Geld, Unterrichtsmitteln und Kunstgegenständen unterstützt. Schon bald erhielt die Einrichtung daher seinen Namen. Wredow finanzierte größtenteils den Bau eines eigenen, 1878 eröffneten, Schulgebäudes. Um sein Engagement auf eine dauerhafte Grundlage zu stellen, gründete der Mäzen 1883 die Stiftung und versah sie mit einem ansehnlichen Kapital. Nach seinem Tod erbte die Stiftung die gesamte private Kunstsammlung und Kunstbibliothek Wredows. In den folgenden Jahrzehnten war die Wredowsche Zeichenschule für zahlreiche Brandenburger eine wichtige Stätte eigener künstlerischer Erfahrungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stellten Stiftung und Schule ihre Arbeit ein und wurden erst 1990 wiederbelebt. Seit 1996 haben sie ihren Sitz wieder im historischen Schulgebäude am Wredowplatz in Brandenburg. Die staatlich anerkannte Kunstschule richtet sich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche mit kreativem Interesse sowie an Handwerker. Das Unterrichtsspektrum ist modern und breit gefächert. Zeichnen, Malen, plastisches und experimentelles Gestalten, Kommunikationsdesign und Grafik, aber auch Zirkus- und Theaterkurse werden angeboten. Wesentliche Säulen der Stiftung waren von jeher die Kunstsammlung und die Kunstbibliothek. Der Bildhauer Wredow sammelte Kunstwerke und Bücher zunächst vermutlich auf Grund ihn interessierender künstlerischer Aspekte. Mit seinem zunehmenden Engagement für die Zeichenschule dürfte der Sammlungszweck stärker davon bestimmt worden sein, dass die Objekte einerseits als Anschauungsmaterial für den Unterricht dienten, andererseits die „Teilnahme des Publikums an der Pflege des guten Geschmacks“ (§ 2 c Stiftungsstatut) anregen sollten. Die Sammlung umfasst etwa 20.000 Objekte, hauptsächlich Druckgrafiken aus fünf Jahrhunderten, aber auch Gemälde und Skulpturen. Sie wird seit 1950, ebenso wie die historische Kunstbibliothek im Stadtmuseum Brandenburg aufbewahrt. Mit Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stadt Brandenburg wurde 2017 begonnen, die Bestände der Kunstsammlung aufzuarbeiten und schrittweise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Da die Erfassung der Sammlung im Rahmen dieses Projektes noch nicht abgeschlossen ist, ist ihre Nutzung für wissenschaftliche, publizistische und andere Zwecke zurzeit nur stark eingeschränkt möglich.

