Venus zeigt Amor Psyche
Beschreibung
Venus zeigt Amor Psyche; nach Raffael. Kupferstich von Vincenzo Feoli, 1803-1808. Dargestellt sind Teile der Ausmalung der Loggia von Amor und Psyche in der Villa Farnesina in Rom. In der Mitte weist Venus nach links unten. Sie zeigt dem hinter ihr stehenden Amor, der einen Pfeil in der Hand hält, die Königstochter Psyche. Links und rechts davon sind geflügelte Putti dargestellt. Beschriftet direkt unter dem Bild mit Herstellerangaben, darunter drei Kolumnen zu je zwei Zeilen italienischer Text mit Bezug zur dargestellten Handlung und am unteren Plattenrand Widmung für den König beider Sizilien, Ferdinand IV. Das Märchen von Amor und Psyche des römischen Schriftstellers Apuleius (Metamorphosen IV 28–35, V und VI 1–24) wurde in der bildenden Kunst der Renaissance breit rezipiert, so auch von Raffael und seinen Schülern, die 1517/18 Fresken nach dem antiken Stoff in der Villa Farnesina malten. Die Ausführung der Szene, in der Venus ihrem Sohn Amor Psyche zeigt, wird heute - anders als auf dem Druck vermerkt - nicht mehr Raffael selbst, sondern seinem Mitarbeiter Raffaellino del Colle zugeschrieben. Die hier gezeigte Tafel gehört zu einer Serie mit Reproduktionen der Amor-und-Psyche-Fresken von Vincenzo Feoli, die – laut entsprechenden Vermerken auf den Blättern – ursprünglich dem Bestand der Wredow-Kunstbibliothek zugeordnet waren. In dem Katalog von Blauert fehlt jedoch die angegebene Nummer 162 zwischen den Nummern 161 und 163, die beide ebenfalls Arbeiten nach Raffael zum selben Stoff sind. Offenbar gab es hier einen Fehler bei der Drucklegung des Kataloges. Eine etwa 100 Jahre ältere Darstellung desselben Sujets von Susanne Maria von Sandrart befindet sich in der Wredow-Kunstsammlung (vgl. hier V02772Kb). | Wolfgang Rose
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Dieses Objekt im Museum
Die Stiftung Wredowsche Zeichenschule ging aus einer 1870 gegründeten gewerblichen Zeichenschule hervor. Hier sollten Handwerker in der ansprechenden, materialgerechten Gestaltung ihrer Produkte unterrichtet werden. Ab 1871 wurde die Schule von dem aus Brandenburg stammenden Berliner Bildhauer August Wredow (1804-1891) mit Geld, Unterrichtsmitteln und Kunstgegenständen unterstützt. Schon bald erhielt die Einrichtung daher seinen Namen. Wredow finanzierte größtenteils den Bau eines eigenen, 1878 eröffneten, Schulgebäudes. Um sein Engagement auf eine dauerhafte Grundlage zu stellen, gründete der Mäzen 1883 die Stiftung und versah sie mit einem ansehnlichen Kapital. Nach seinem Tod erbte die Stiftung die gesamte private Kunstsammlung und Kunstbibliothek Wredows. In den folgenden Jahrzehnten war die Wredowsche Zeichenschule für zahlreiche Brandenburger eine wichtige Stätte eigener künstlerischer Erfahrungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stellten Stiftung und Schule ihre Arbeit ein und wurden erst 1990 wiederbelebt. Seit 1996 haben sie ihren Sitz wieder im historischen Schulgebäude am Wredowplatz in Brandenburg. Die staatlich anerkannte Kunstschule richtet sich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche mit kreativem Interesse sowie an Handwerker. Das Unterrichtsspektrum ist modern und breit gefächert. Zeichnen, Malen, plastisches und experimentelles Gestalten, Kommunikationsdesign und Grafik, aber auch Zirkus- und Theaterkurse werden angeboten. Wesentliche Säulen der Stiftung waren von jeher die Kunstsammlung und die Kunstbibliothek. Der Bildhauer Wredow sammelte Kunstwerke und Bücher zunächst vermutlich auf Grund ihn interessierender künstlerischer Aspekte. Mit seinem zunehmenden Engagement für die Zeichenschule dürfte der Sammlungszweck stärker davon bestimmt worden sein, dass die Objekte einerseits als Anschauungsmaterial für den Unterricht dienten, andererseits die „Teilnahme des Publikums an der Pflege des guten Geschmacks“ (§ 2 c Stiftungsstatut) anregen sollten. Die Sammlung umfasst etwa 20.000 Objekte, hauptsächlich Druckgrafiken aus fünf Jahrhunderten, aber auch Gemälde und Skulpturen. Sie wird seit 1950, ebenso wie die historische Kunstbibliothek im Stadtmuseum Brandenburg aufbewahrt. Mit Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stadt Brandenburg wurde 2017 begonnen, die Bestände der Kunstsammlung aufzuarbeiten und schrittweise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Da die Erfassung der Sammlung im Rahmen dieses Projektes noch nicht abgeschlossen ist, ist ihre Nutzung für wissenschaftliche, publizistische und andere Zwecke zurzeit nur stark eingeschränkt möglich.

