Blick auf Potsdam von Schloss Sanssouci
Beschreibung
Friedrich Wilhelm Delkeskamp (1794-1872) zeichnete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrere Ansichten von Potsdam. Durch den Kupferstecher Johann Baptist Hoessel (tätig in Berlin 1814-1822), der das Blatt nach der Zeichnung von Delkeskamp stach, wurde der an der Königlich Preußischen Porzellan-Manufaktur tätige Maler in die graphischen Künste eingeführt. Der in diesem Blatt zu sehende Blick auf die Stadt ist einzigartig in der graphischen Sammlung des Potsdam Museums: mit der Bildunterschrift "Aussicht aus den Fenstern Friedrichs des II. Königs von Preußen" stellte der Künstler sich an die Position, die der etwa drei Jahrzehnte zuvor verstorbene König eingenommen haben könnte, um auf die Stadt hinunterzublicken, die während seiner Regierungszeit die umfassendsten baulichen Veränderungen erhalten hatte. Das Blatt hat zwei Leseeinstiege, die beide in die Stadt weisen. Vom rechten Bildrand aus führt der Blick, angeregt durch zwei Staffagefiguren, die Treppe hinunter; linkerhand weist ein Gärtner mit Rechen einer Familiengruppe den Weg Richtung Potsdam. Mit dem Hinweis "ad nat. del." (nach der Natur gezeichnet) macht der Künstler darauf aufmerksam, dass er die Ansicht tatsächlich nach eigener Wahrnehmung geschaffen und sich nicht auf bereits vorhandene Vorlagen verlassen habe - ein während der Blütezeit der Veduten nicht irrelevanter Hinweis. Das Blatt ist Teil einer 60 Aquatintaradierungen umfassenden Serie, um 1819 bei Gaspare Weiss in Berlin erschienen. [Uta Kaiser] Originaltitel: Aussicht aus den Fenstern Friedrichs des II. Königs von Preußen
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Dieses Objekt im Museum
Das Potsdam Museum wurde 1909 von Potsdamer Bürgern und Mäzenen, die im Potsdamer Kunstverein und Potsdamer Museumsverein aktiv waren, als Städtisches Museum gegründet. Bereits in den Anfängen des Museums wurden umfangreiche Nachlässe, Stiftungen und Schenkungen mit historischem und kulturellem Wert dem städtischen Museum übergeben. Heute zählen die Sammlungsbestände des Museums über 200.000 Objekte. Wichtige Sammlungsschwerpunkte bilden dabei die Bereiche Bildende Kunst, Fotografie, Alltagskultur und Angewandte Kunst, Schrift und Druck sowie die umfangreiche Museumsbibliothek. Das Potsdam Museum hat in den vergangenen 100 Jahren eine wechselvolle Geschichte erlebt und häufig seinen Standort gewechselt. 2012 kehrte es an seinen Gründungsstandort in das Alte Rathaus am Alten Markt im Herzen der Stadt Potsdam zurück. Das Museum widmet sich städtischen Themen im Bereich der Kunst, Kultur und Geschichte. Dem neuen Potsdam Museum als Forum für Kunst und Geschichte stehen drei Etagen zur Verfügung. Seit 2013 ist die neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung zu besuchen. In zehn themenorientierten Modulen wird die Stadt- und Kulturgeschichte Potsdams auch im Kontext überregionaler Ereignisse präsentiert. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Präsentation der Stadtgeschichte hat das Potsdam Museum den Auftrag, regionale Kunst zu sammeln und auszustellen. Mit den Ausstellungen zur Bildenden Kunst möchte das Potsdam Museum nicht nur Künstlerinnen und Künstler der Region vorstellen, sondern auch überregionale und internationale Kunstpositionen vermitteln. Als Ausstellungsflächen stehen dafür der Galerieraum für Bildende Kunst im Sockelgeschoss und die Sonderausstellungsflächen im Erdgeschoss, die auch für Fotografie- und Geschichtsausstellungen genutzt werden, zur Verfügung.

