Pokal mit Bildnis der Königin Sophie Dorothea
Beschreibung
Pokal aus farblosem Glas, das mit zahlreichen kleinen Luftbläschen durchsetzt ist, Abrissnarbe am Boden. Leicht ansteigender Fuß mit mattiertem Spitzblattfries, alternierend aus je zwei kleinen und einem großen Blatt aufgebaut, die Borte mit kleinen unpolierten Rundbögen geschliffen. Angesetzt ein einfacher Balusterschaft mit großer eingestochener Luftblase zwischen Nodi, auf dem Baluster sowie am Ansatz der becherförmigen Kuppa wiederholt sich der Spitzblattdekor vom Fuß, am Baluster im Wechsel aus je einem kleinen und einem größeren Blatt. Die Kuppawandung ist mit einem bekrönten Medaillon dekoriert, das von Zweigen gerahmt wird und das Profilbildnis von Königin Sophie Dorothea in Mattschnitt trägt. Darüber umlaufend die Inschrift "Es lebe die Königin". Der Mündungsrand ist mit einem Kugelfries dekoriert, der nicht zugehörige Deckel mit Streublümchen und Zweigen im Bereich der Schulter. Am Übergang zum Knauf ein Fries aus großen Kugelungen, der mit zwei Ringscheiben angesetzte Knauf selbst ist aus einem Baluster und einem kleinen Abschlussnodus gestaltet, die beide facettiert sind. Die Darstellung der Königin lehnt sich an eine Medaille des schwedischen Stempelschneiders Ehrenreich Hannibal (1678–1741) an, die für mehrere brandenburgische Pokale Vorbild stand und anlässlich der Hochzeit der jungen Sophie Dorothea mit dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm 1706 in Auftrag gegeben wurde (vgl. Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, 12). Die Inschrift datiert den Pokal in die Regierungszeit ihres Gemahls, 1713 bis 1740. Der Rohling könnte aus der Potsdamer Glasmanufaktur stammen (vgl. Vergleichsstück aus der Sammlung Dosquet; Lange, Wertvolles Kunstgewerbe, 1941, Los 269, Taf. 41). Die nicht ganz reine Glasmasse macht als Hersteller eine der anderen königlichen Kreideglashütten denkbar, etwa Johannisberg, Marienwalde oder Zerpenschleuse. Das Glas wurde 2016 aus dem Nachlass des Potsdamer Antiquitätenhändlers Louis Straub (1896–1977) erworben. Verena Wasmuth
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Dieses Objekt im Museum
Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

