Pokal mit Darstellung einer Saujagd
Beschreibung
Pokal aus farblosem Glas, leicht ansteigender Fuß mit versenktem und mattiertem Spitzblattfries. Schaft aus kräftiger Trommelscheibe, Hohlbaluster und Nodus zwischen Ringscheiben, beide mit Spitzblattdekor, ebenso der Ansatz der becherförmigen Kuppa. Die Kuppawandung ist umlaufend mit einer Jagdszene in Mattschnitt dekoriert: Auf einem Landschaftssockel mit Bäumen und Buschwerk ist ein berittener Jäger mit Saufeder dargestellt; im Hintergrund lässt ein Jäger zu Fuß ein Wildschwein auf seine Saufeder auflaufen; vorne ein Jäger mit Saufänger im Gürtel, der ein Schwein am Hinterlauf festhält, zwei Saurüden mit geblänktem Halsband haben sich in den Ohren des Tieres festgebissen. Der Mündungsrand ist mit einem Rundbogenfries in poliertem Schälschliff dekoriert, ein vermutlich ursprünglich zugehöriger Deckel fehlt. Der qualitätsvolle Schnitt dürfte in der Werkstatt eines namhaften Meisters zwischen 1720 und 1740 ausgeführt worden sein (vgl. SPSG, Leihgabe der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten, Inv. Nr. F 85/2; Klesse/Saldern, 500 Jahre Glaskunst, 1978, Kat. 138, S. 196; Klesse, Glassammlung Helfried Krug, 1973, Kat. 625 und vgl. Klesse, Glassammlung Helfried Krug, 1965: Kat. 271, S. 48f.). Peter Hertel schreibt ähnliche Gläser versuchsweise dem Potsdamer Glasschneider Johann Christian Bode (1675–1751) zu (Hertel, Potsdamer Gläser, 2018, S. 27). Ebenso gut käme einer der zehn zeitgenössischen Berliner Meister infrage (vgl. Schmidt, Das Glas, 1912, S. 302f.). Wegen der gelungenen Kompositionsweise und harmonischen Einbettung der Figuren in ihre Umgebung ist insbesondere an Elias Rosbach zu denken, auch wenn diese bei ihm weniger statisch wirken (vgl. Klesse, Glas, 1963, Kat. 346, S. 153; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 32.1+2 und Taf. 33.4+5). Eine grafische Vorlage zu dem Pokal konnte nicht ermittelt werden. Er wurde 1976 von privat mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie angekauft. Verena Wasmuth
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Dieses Objekt im Museum
Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.










