Medaille auf den Regierungsantritt, Kurfürstentum Mark Brandenburg, Herzogtum Preußen, Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688), o. J. (um 1660)

Lies, Wolfgang / Schwarz, Ilona (2014) CC BY-NC-SA
Lies, Wolfgang / Schwarz, Ilona (2014) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Das Bildnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm folgt dem für Münzen und Medaillen traditionellen Typus des nach rechts gewendeten Brustbildes. Namen und Titel in der Umschrift weisen die Rangstellung und Herrschaft als Markgraf von Brandenburg, Reichsfürst und Erzkämmerer des Deutschen Reiches, als Kurfürst und Herzog in Preußen aus. Auf der Rückseite sieht man den gekrönten brandenburgischen Adler über einen Teil der Erdkugel fliegen, kommentiert vom Leitspruch des Kurfürsten: DOMINE FAC ME SCIRE VIAM QUO AMBULATURUS SUM (Herr, zeige mir den Weg, auf dem ich wandeln soll [Psalm 143,8]). Das am Rand dargestellte Auge Gottes sendet die Antwort: CONSULAM TIBI OCULO MEO (Ich werde dich mit meinem Auge leiten [Psalm 32,8]). In der Fachliteratur wird die Prägung dieser Medaille bis heute mit dem Regierungsantritt des Kurfürsten Friedrich Wilhelm in Verbindung gebracht. Der Historiker Johann Carl Conrad Oelrichs (1722-1799) setzte sie an den Beginn seiner, der ersten, 1778 in Berlin erschienenen chronologischen Abhandlung von 82 während der Regentschaft Friedrich Wilhelms entstandenen Schaumünzen. Ausschlaggebend für die Einordnung war neben dem repräsentativen Bildnis wohl vor allem die Botschaft der für eine neue Ära der Regierung ersuchten göttlichen Führung und Begleitung. Zwanzigjährig trat Friedrich Wilhelm 1640, acht Jahre vor dem Ende des verheerenden Dreißigjährigen Krieges, die Regierung an. Wirtschaft und Kultur lagen am Boden. Künstlerische Kräfte konnten erst langsam gewonnen werden. Betrachtet man das Medaillenbildnis genauer, wird offenbar, dass der Kurfürst nicht mehr im jugendlichen, sondern im Alter von mindestens 40 Jahren dargestellt ist. Unter dem üppig drapierten Mantelüberwurf trägt er das ihm 1654 verliehene Medaillon vom Hosenbandorden. Die massige Gestalt mit den markant strengen Gesichtszügen tritt stark aus der Fläche heraus. In der Plastizität des Bildnisses zeigt sich ein angehender Meister seines Fachs. Laut Signatur war der bis zu seiner Berufung an den Berliner Hof 1678 in Danzig tätige Johann Höhn d. J. (1641-1693) der ausführende Medailleur. Die Medaille ist dem entsprechend und mit Blick auf die aktuell historischen Ereignisse um 1660 geprägt worden. Nach langem Ringen konnte Kurfürst Friedrich Wilhelm seit 1657, durch den Friedensschluss von Oliva 1660 endlich auch international anerkannt, als souveräner Herzog in Preußen – was die Krone des Adlers auf der Rückseite verheißt – regieren. SPSG, Sammlung Dohna Claudia Meckel

ObjektartMedaille
MaßeHauptmaß: Durchmesser: 5.12 cm Gewicht: 45.10 g
MaterialSilber, geprägt
BeschriftungSignatur: h · Iun · (Vs) Vs: Umschrift: FRID · WILH · D G · MARCH · BR · S · R · I · ARCHC · & EL · DUX PR · & C Rs: Umschrift: DOMINE FAC ME SCIRE VIAM QUO AMBULATURUS SUM.
InventarnummerX 3786
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:51
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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