Medaille auf die Erbhuldigung in Königsberg 1663, Kurfürstentum Mark Brandenburg, Herzogtum Preußen, Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688), 1663
Beschreibung
Nachdem der Kurfürst 1657 mit dem Vertrag von Wehlau die volle Souveränität über Preußen erhalten und diese 1660 durch den Frieden zu Oliva international bestätigt bekommen hatte, dauerte es noch weitere drei Jahre bis ihm die Stände in Königsberg die Erbhuldigung am 18. Oktober 1663 darbrachten. Die Landstände hatten sich als stabile politische Verbunde herausgebildet. Bei der feierlichen Huldigung leisteten sie den Treueeid. Im Gegenzug sicherte ihnen der Landesherr Schutz und die Wahrung ihrer Rechte zu. Erst die Huldigung der preußischen Stände bedeutete die Legitimierung seiner Herrschaft. Die Medaille ist die erste, die in der Titulatur über dem Brustbildnis des Kurfürsten den Titel SUP DOM DUX PRUSS (souveräner Herzog von Preußen) führt. Der Kurfürst ist im kunstvoll verzierten Prunkharnisch, mit umgelegter Feldbinde und kostbarem Spitzenkragen widergegeben. Besonders auffällig ist die feine Reliefierung des Haupthaares. Das Medaillon des Hosenbandordens hängt deutlich sichtbar neben der Jahreszahl 1663. Die meisten Medaillenaufträge des Kurfürsten führten die Danziger Johann Höhn Vater und Sohn aus, deren künstlerische Handschrift nicht immer voneinander zu trennen ist. Eine plastisch feste und zugleich im Detail sorgfältig herausgearbeitete Modellierung und Charakterisierung von Gesicht und Kostüm kann als typisch für ihre Medaillenbildnisse festgestellt werden. Hier war laut Signatur am Rand Johann Höhn d. J. (1641-1693) der stolze Ausführende. Präzision und Ausgewogenheit in der Reliefdarstellung zeigt auch das Bild der Rückseite. Dargestellt ist der brandenburgische Adler mit Kurhut, auf der Brust das Reichserzkämmererschild, in den Fängen Schwert und Herzogskrone mit der Inschrift SUP · DOM / PRVSSIÆ. Das Wappentier verkörpert den Landesherrn vor den Darstellungen einer Schlachtenszene links und dem Stadtbild von Königsberg rechts. Zwei Spruchbänder geben den Kommentar: DEFENDIT (Er verteidigt) und ET AVGET (Er vermehrt). Auf den großen Adlerschwingen erblickt man zwei kleine Adler, zu deuten als die Prinzen Karl Emil und Friedrich. NEC IM BELLEM FEROCES PROGENERANT AQUILÆ COLUMBAM (Mutige Adler zeugen keine feige Taube) lautet die Umschrift. Es ist ein, vermutlich vom Kurfürsten selbst ausgewählter Spruch aus den Oden des römischen Dichters Horaz [Oden IV, 4,13], der sich auf den kriegerischen Kurfürsten selbst und seine Nachfolge bezieht. Die Erinnerungen an die der Huldigung voran gegangenen kriegerischen Auseinandersetzungen waren noch wach und die Herrschaft in noch längst nicht allen Landesteilen gesichert. SPSG, Sammlung Dohna Claudia Meckel
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Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.




