Medaille, Kurfürstentum Mark Brandenburg, Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688), o. J. (um 1668)
Beschreibung
Gute Medailleure nach Berlin zu berufen, darin sah Kurfürst Friedrich Wilhelm eine wichtige Aufgabe. Denn das Bedürfnis nach den gegossenen und geprägten Kleinkunstwerken zur politischen und persönlichen Repräsentation war groß. 1668 gelang es den Stempelschneider und Schwertfeger Gottfried Christian Leygebe (1630-1683) aus Nürnberg, der Hochburg dieser künstlerischen Gewerke, an den Berliner Hof zu binden. Der Kurfürst schätzte die von Leygebe gefertigten Medaillen mit seinem Bildnis besonders, bezeichnete sie als „viel zierlicher und eigentlicher getroffen“ als alle bisher geprägten Münzbildnisse. Auf der von Leygebe signierten Medaille erblickt man ein sehr lebensvolles Bildnis des Kurfürsten von vorn rechts mit um die Schulter gelegtem Band des St. Georgsmedaillons vom Hosenbandorden. Die Rückseite zeigt das bekrönte Kurschild mit dem Zepter und den brandenburgischen Adler als Schildhalter sowie ein verschlungenes Monogramm der Initialen des Kurfürsten. Auf dem Rand ist die Devise vom Knieband des Ordens zu lesen: HONI SOIT QVI MAL Y PENSE (Schande dem, der Schlechtes denkt). Friedrich Wilhelm war 1654 durch König Karl II. von England, der in Paris in Verbannung lebte, als erster brandenburgischer Kurfürst in den höchsten englischen Ritterorden aufgenommen worden. 1663 erhielt er in feierlicher Installierung die komplette Ordenstracht. Zeichen und Umschrift der Medaille würdigen die ehrenvolle Zugehörigkeit. Die gegossene Medaille gehört wohl zu den schon vor der Berliner Anstellung Leygebes gefertigten Auftragsarbeiten für den Kurfürsten. In ihrer ovalen Form mit Öse erinnert sie an die seit der Mitte des 17. Jahrhundert an den deutschen Höfen beliebten sogenannten Gnadenpfennige. Solche wurden wie Orden für Verdienste und zur Ehrung verliehen. Unser Exemplar war ein Geschenk an einen der Burggrafen zu Dohna, welche auf vielfältige Weise ihren Dienst für Brandenburg-Preußen leisteten. Die Burggrafen zu Dohna halfen die Herrschaft der brandenburgischen Kurfürsten im Herzogtum Preußen durchzusetzen. Die Medaille wurde bei entsprechenden Anlässen stolz zur Schau getragen und in der Sammlung im Dohnaschen Schloss Schlobitten bewahrt. SPSG, Sammlung Dohna Claudia Meckel
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Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.




