Ovale Medaille auf die Teilnahme des Kurprinzen Karl Emil am Feldzug im Elsass 1673, Kurfürstentum Mark Brandenburg, Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640-1688), 1673
Beschreibung
Das ins Oval gesetzte Brustbild des jungen Mannes im Profil nach rechts wird durch die Umschrift als Karl Emil (1655-1674), Erbe des Kurfürstentums bzw. Kurprinz von Brandenburg, identifiziert. Der Sohn des Kurfürsten Friedrich Wilhelm und seiner ersten Gemahlin Louise Henriette von Oranien folgte im Charakter seinem Vater, das Militärische stand an erster Stelle. Als Friedrich Wilhelm aufgrund des Bündnisses mit Wilhelm von Oranien im September 1672 gegen Ludwig XIV. von Frankreich in den Krieg zog, ritt der Kurprinz an seiner Seite. Er verkörperte die Hoffnung und den Stolz auf die Dynastie. Die anlässlich seiner Teilnahme am Feldzug geprägte Medaille zeigt den Kurprinzen mit antikem Helm als Mars, den römischen Gott des Krieges. Auf der Rückseite wird er mit einem Adler verglichen, der Schwert und Palmzweig trägt und von einer Hand aus den Wolken mit Lorbeer bekränzt wird nach der Devise: „Aus dem Himmel kommt die Tapferkeit“. Ob die ikonographische Vorgabe, den Kurprinzen als Mars zu feiern, vom Kurfürsten ausging, könnte vermutet werden. Für den Helm mit ornamentierter Haube und kammartigem Kopfputz gaben Darstelllungen des Gottes in der römischen Bildhauerkunst und auf Münzen ausreichend Vorlagen. Die kurfürstliche Sammlung antiker Münzen der römischen Kaiserzeit, verbunden mit der Bibliothek, hielt solche bereit. Antike Themen gehörten auch zum Repertoire des schon seit den 1650er Jahren von Nürnberg aus für den Kurfürsten tätigen Gottfried Christian Leygebe (1630-1683). Darstellungen Cäsars oder des Herkules an Degengefäßen sind aus dieser Zeit überliefert. 1668 nahm Leygebe die Berufung zum Kurfürstlichen Münz- und Eisenschneider und Bildhauer an den Berliner Hof an. Seitdem schuf er zahlreiche, nicht nur Medaillenbildnisse für das Herrscherhaus. Die 1673 datierte Medaille ist ein Beispiel für die virtuos gehandhabte Modellierung und Schnitttechnik Leygebes. Das Porträt wirkt persönlich trotz der allegorischen Überhöhung. Es ist wahrscheinlich, dass Leygebe den Kurprinzen selbst porträtierte. Auffallend ist das lange wellige Haar, das schmale Gesicht und die relativ lange, leicht gebogene, spitz endende Nase, Merkmale, die im Vergleich mit den Porträts des Kurprinzen von Jan Mijtens als charakteristisch festgestellt werden können. Das Medaillenbildnis ist das letzte Porträt Karl Emils, der nach dem Feldzug im Elsass im Alter von neunzehn Jahren am 27. November 1674 in Straßburg einer Erkrankung erlag. SPSG, Sammlung Dohna Claudia Meckel
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Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.




