Reliefbildnis des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620-1688) (Der Große Kurfürst)
Beschreibung
Das äußerst fein ausgearbeitete Porträt zeigt den 51jährigen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg im strengen Profil nach rechts. Der Lorbeerkranz im Haar sowie als Umrandung des Medaillons, aber auch das angedeutete antike Gewand rückt den Dargestellten in die idealisierende Pose der Herrscherverehrung. Dabei erscheinen die Gesichtszüge sehr wirklichkeitsgetreu: Die Augenfältchen, die krumme Nase und das Doppelkinn verweisen auf die häufig dargestellten typischen Merkmale seines Aussehens. So verrät auch die Signatur unter Büste „1671. G. LEIGEBE. AD VIV: FECIT“, dass der Künstler das Werk ad vivum („nach dem Leben“) geschaffen hatte. Das Bronzerelief entstand drei Jahre, nachdem der in Niederschlesien geborene und in Nürnberg ausgebildete Gottfried Leygebe (1630-1683) in Berlin als Münz- und Eisenschneider in den Dienst des Großen Kurfürsten trat. Außer Münzen und Medaillen schuf er u.a. Kanonenzierrat sowie die Reiterstatuetten der Kaiser Leopolds I. und Karls I. sowie des Großen Kurfürsten aus Eisen, ferner 1680 eine Statuette des Großen Kurfürsten als Heiliger Georg (vgl. Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, SMB PK, Inv.-Nr. 856, ehem. Kunstkammer Schloss Berlin). Leygebe selbst beschrieb das hier vorgestellte Medaillon 1682 in einer Auflistung: „Sr. Churfürstl. Durchl. Bildtnis in ein Oval groß possirt und in Medall auffs Beste verschnitten, sol in grossen Sall zu Potzdam kommen.“ (so zit. bei Seidel, Paul: Der Große Kurfürst in der Plastik seiner Zeit, in: Hohenzollern-Jahrbuch, Berlin/Leipzig 1898, S. 97.) Für die qualitätsvolle Art seiner bildhauerischen Nachbearbeitung von Eisengüssen, wie hier an der Durcharbeitung der Haare, Lorbeerblätter oder des punzierten Hintergrundes sichtbar, wurde Leygebe sehr geachtet. In den Festsaal des bis 1674 umgestalteten Potsdamer Schlosses kam das Porträt jedoch wohl nicht. Stattdessen ist es seit spätestens 1694 in der Königlichen Kunstkammer im Berliner Schloss nachweisbar. Von dort gelangte es in das 1877 gegründete Hohenzollern-Museum im Schloss Monbijou. Nach 1945 wurde es von der Schlösserverwaltung Potsdam-Sanssouci bewahrt. Seit der Wiedereröffnung von Schloss Caputh 1999 ist es im Alkoven des Schlafzimmers der Kurfürstin Dorothea, der zweiten Frau des Großen Kurfürsten, zu sehen. Silke Kiesant
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Dieses Objekt im Museum
Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

