Blick auf das Stadtschloss vom Lustgarten
Beschreibung
Die mit Deckfarben überarbeitete Radierung entstand nach einem Gemälde von Johann Friedrich Meyer aus dem Jahr 1772 (vgl. Inv.-Nr. 79-107c-K2b). Es zeigt den Blick auf das unter Friedrich II. in den Jahren 1744-1752 umgebaute Potsdamer Stadtschloss von der südwestlichen Seite des Lustgartens. Im Hintergrund sind die Havelkolonnaden mit Skulpturen von Benjamin Giese, Johann August Nahl und Georg Franz Ebenhech sowie die Zugbrücke über die Havel aus der Zeit des Großen Kurfürsten zu erkennen. Die Radierung von Andreas Ludwig Krüger wurde circa zwanzig Jahre nach ihrer Entstehungszeit von einem unbekannten Künstler übermalt. Die Farbigkeit passte der Künstler an das Gemälde Meyers an: das Stadtschloss erstrahlt in dem unter Friedrich II. aufgetragenen eisenoxidroten Anstrich, das Dach leuchtet türkisblau. Die Staffage hingegen wurde reduziert und dem Zeitgeschmack angepasst. Stellenweise scheint die unter der Malschicht liegende Radierung durch. Ein kaum zu erkennender Trupp von Soldaten, der eben die Ringerkolonnaden passiert, erscheint wie ein Gruß aus der Vergangenheit. [Uta Kaiser mit Dank an Oliver Max Wenske] Originaltitel: Vue Meridionale du Château Royale de Potsdam [...]
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Dieses Objekt im Museum
Das Potsdam Museum wurde 1909 von Potsdamer Bürgern und Mäzenen, die im Potsdamer Kunstverein und Potsdamer Museumsverein aktiv waren, als Städtisches Museum gegründet. Bereits in den Anfängen des Museums wurden umfangreiche Nachlässe, Stiftungen und Schenkungen mit historischem und kulturellem Wert dem städtischen Museum übergeben. Heute zählen die Sammlungsbestände des Museums über 200.000 Objekte. Wichtige Sammlungsschwerpunkte bilden dabei die Bereiche Bildende Kunst, Fotografie, Alltagskultur und Angewandte Kunst, Schrift und Druck sowie die umfangreiche Museumsbibliothek. Das Potsdam Museum hat in den vergangenen 100 Jahren eine wechselvolle Geschichte erlebt und häufig seinen Standort gewechselt. 2012 kehrte es an seinen Gründungsstandort in das Alte Rathaus am Alten Markt im Herzen der Stadt Potsdam zurück. Das Museum widmet sich städtischen Themen im Bereich der Kunst, Kultur und Geschichte. Dem neuen Potsdam Museum als Forum für Kunst und Geschichte stehen drei Etagen zur Verfügung. Seit 2013 ist die neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung zu besuchen. In zehn themenorientierten Modulen wird die Stadt- und Kulturgeschichte Potsdams auch im Kontext überregionaler Ereignisse präsentiert. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Präsentation der Stadtgeschichte hat das Potsdam Museum den Auftrag, regionale Kunst zu sammeln und auszustellen. Mit den Ausstellungen zur Bildenden Kunst möchte das Potsdam Museum nicht nur Künstlerinnen und Künstler der Region vorstellen, sondern auch überregionale und internationale Kunstpositionen vermitteln. Als Ausstellungsflächen stehen dafür der Galerieraum für Bildende Kunst im Sockelgeschoss und die Sonderausstellungsflächen im Erdgeschoss, die auch für Fotografie- und Geschichtsausstellungen genutzt werden, zur Verfügung.

