Neustädtisches Mühlentor von Osten

Michael Lüder CC BY-NC-SA

Beschreibung

Das von 1411 stammende Neustädtische Mühlentor - es gab bis zum Abbruch im Jahr 1802 auch ein Altstädter Mühlentor - wird hier mit seiner barocken Tordurchfahrt von Osten gezeigt. Die Bauzeit der Tordurchfahrt ist nicht überliefert, doch kann sie als Teil der Akzisemauer mit ihrer toskanischen Pfeilerarchitektur und dem bekrönenden Segmentbogengiebel in die Zeit Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts datiert werden. Der Bau dieses und anderer Tore sowie die Reparatur der desolaten Stadtmauer in dieser Zeit hatte zwei Ursachen: Zum einen wurde seit 1669 in der Alt- und Neustadt Brandenburgs an den Toren die Akzise erhoben und damit die verstärkte Kontrolle des Warenverkehrs nötig. Zum anderen bestand seit dem Reichskrieg mit Frankreich 1688 erstmals eine Rekrutierungspflicht für lokale kurbrandenburgische Landesbehörden. Dieselben hatten also zwangsweise Soldaten ausheben, womit natürlich die Gefahr der Desertion bestand. So ein barockes Stadttor hatte daher immer zwei gegenüberstehende Nebengebäude, ein Wachhaus, oft mit Arrest, und ein Zoll- bzw. Akzisehaus. Auf dem Bild sind im Vordergrund rechts das Akzisehaus und daneben der Schlagbaum zu erkennen. Das von Bäumen verdeckte Haus auf der anderen Seite dürfte die Wache aufgenommen haben. 1839 wurde das barocke Mühlentor abgebrochen. [Thomas Sander] VS: o.r. XXVI / u.m. Vuë de Brandenbourg / Dedieé à Son Altesse Sérénissime Madame Louise, Duchesse Regnante de Mecklenbourg-Schwerin & Princesse de Saxe-Gotha, etc. etc. [...]. / u.r. Nagel fe 1791

ObjektartRadierung
Maße24,2 x 34,5 cm
MaterialKolorierte Radierung
InventarnummerV00356Kb
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:52
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Stadtmuseum Brandenburg an der Havel - Frey-Haus CC BY-NC-SA

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Stadtmuseum Brandenburg an der Havel

Das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel geht auf die Sammlung des Historischen Vereins zurück, der 1868 gegründet, diese zunächst im Steintorturm, ab 1923 im barocken Frey-Haus ausstellte. Das 1919 vom Spielzeugfabrikanten Ernst Paul Lehmann erworbene und dem Historischen Verein für die stadtgeschichtliche Ausstellung zur Verfügung gestellte Haus übergaben seine Erben 1939 der Stadt über, ebenso übergab der Historische Verein die Sammlungsbestände in städtisches Eigentum. Das Stadtmuseum umfasst heute drei Ausstellungsorte: das Frey-Haus mit seinen Nebengebäuden - ein bürgerliches, barockes Juwel im Zentrum der Altstadt, das Gotische Haus mit seiner Dauerausstellung zu "Alchemie und Alltag" und den mittelalterlichen Steintortum in der Neustadt mit der Sammlung zu Havelschifffahrt. Im Frey-Haus wird in wechselnden Sonderausstellungen die jüngere Stadtgeschichte gezeigt, deren Ereignisse das Leben der Brandenburger bis heute prägen sowie eine ständige Ausstellung zur über hundert Jahre alten Spielzeugtradition in Brandenburg an der Havel, die Kinder wie Sammler für das Blech- und Lineol-Spielzeug "Made in Brandenburg an der Havel" begeistert. Der Steintorturm ist nur zwischen April und Oktober geöffnet, das Gotische Haus während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung.

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