Steintor von Südosten über den Schleusenkanal hinweg
Beschreibung
Das Aquarell zeigt den aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammenden Steintor-Turm, der mit seinen 32,5 Metern Höhe und 11 Metern Durchmesser laut Marcus Cante zu den „aufwendigsten und stärksten unter den erhaltenen städtischen Befestigungstürmen der Mark“ gehört. Links daneben erhebt sich das im 18. Jahrhundert erbaute Steintor und auf der anderen Seite das gleichzeitig entstandene Wach- und Zollhaus mit dem preußischen Adler zwischen den Fenstern. In der Mitte des Bildes wölbt sich die Steintorbrücke über den Schleusenkanal. Dieser folgt dem mittelalterlichen Befestigungsgraben der Neustadt und verbindet die Ober- mit der Unterhavel. 1551 wurde der Kanal im Zusammenhang mit dem kurz zuvor erfolgten Bau der Kammerschleuse direkt hinter der Steintorbrücke schiffbar gemacht. Links geht der parallel geführte Mühlengraben ab, sodass sich zwischen beiden Wasserläufen eine Insel bildet. Die Brücke, hier noch eine hölzerne Klappkonstruktion, wurde 1910 für den zweigleisigen elektrischen Straßenbahnbetrieb verstärkt und 1925 durch eine Bogenbrücke aus Beton ersetzt. Dabei entfernte man auch das im Kern noch erhaltene Wach- und Zollhaus – das letzte seiner Art in der Stadt. Eine Datierung des Blattes ist derzeit nicht möglich, da sich die auf der Rückseite der untergeklebten Pappe befindliche Jahreszahl 1836 auf das Original bezieht und der Kopist nicht bekannt ist. [Thomas Sander]
Details und verwandte Objekte
Einordnung
Schlagworte
Dieses Objekt im Museum
Das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel geht auf die Sammlung des Historischen Vereins zurück, der 1868 gegründet, diese zunächst im Steintorturm, ab 1923 im barocken Frey-Haus ausstellte. Das 1919 vom Spielzeugfabrikanten Ernst Paul Lehmann erworbene und dem Historischen Verein für die stadtgeschichtliche Ausstellung zur Verfügung gestellte Haus übergaben seine Erben 1939 der Stadt über, ebenso übergab der Historische Verein die Sammlungsbestände in städtisches Eigentum. Das Stadtmuseum umfasst heute drei Ausstellungsorte: das Frey-Haus mit seinen Nebengebäuden - ein bürgerliches, barockes Juwel im Zentrum der Altstadt, das Gotische Haus mit seiner Dauerausstellung zu "Alchemie und Alltag" und den mittelalterlichen Steintortum in der Neustadt mit der Sammlung zu Havelschifffahrt. Im Frey-Haus wird in wechselnden Sonderausstellungen die jüngere Stadtgeschichte gezeigt, deren Ereignisse das Leben der Brandenburger bis heute prägen sowie eine ständige Ausstellung zur über hundert Jahre alten Spielzeugtradition in Brandenburg an der Havel, die Kinder wie Sammler für das Blech- und Lineol-Spielzeug "Made in Brandenburg an der Havel" begeistert. Der Steintorturm ist nur zwischen April und Oktober geöffnet, das Gotische Haus während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung.

