Partie am Zainhammer
Beschreibung
„Der Spaziergang vom Brunnen zum Zaynhammer führt durch einen schattigen Wald. Beim Wirthe des Zaynhammers erhält man gute Erfrischung mancherlei Art. Von dem gedachten Wirtshause geht man links die Anhöhe hinab zu den Schicklerschen Anlagen." (Bellermann 1829, S. 28f.) Als Bellermann den Zainhammer und dessen Umgebung beschrieb, diente die Anlage schon fünf Jahre, also seit 1824, als Knochenmühle. Die ursprüngliche Aufgabe, von der die Mühle auch ihren Namen hatte und die hier seit 1779 ausgeübt wurde, bestand jedoch in der Herstellung von sogenanntem Zaineisen. Dabei handelt es sich um beim Schmieden durch Amboss- und Hammereindrücke an den Kanten eingekerbte Eisenstangen oder Eisenbänder, die als Halbzeuge zur weiteren Bearbeitung an Messer-, Klingen- oder Sensenschmiede oder an Nagelmacher geliefert wurden. Das Vorprodukt waren von Hüttenwerken gelieferte Grobeisenstäbe. Ihre Weiterverarbeitung in selbständigen Hammerwerken, den Zainhämmern, begann in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts verschwanden die Zainhämmer und mit ihnen der Name des von ihnen hergestellten Produkts. [Thomas Sander]
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Dieses Objekt im Museum
Die ehemalige Adler-Apotheke ist das älteste Fachwerkhaus der Stadt und eines der bedeutendsten Baudenkmale im Land Brandenburg. Sie beherbergt die städtischen Einrichtungen Kulturamt, Tourist-Information und Museum. In den drei Geschossen des Haupthauses sowie in dem über den Innenhof zu erreichendem Nordflügel werden Dauer- und Sonderausstellungen zur Haus-, Stadt- und Regionalgeschichte präsentiert. Unterschiedliche öffentliche und museumspädagogische Veranstaltungen ergänzen das Angebot des Museums. Unter anderem wird in der Dauerausstellung eine Reproduktion des Eberswalder Goldschatzes, des größten Fundes von Gold aus der Bronzezeit in Europa, gezeigt sowie Eberswalder Ideen, Erfindungen und Persönlichkeiten vorgestellt. Das Museum ist ganzjährig geöffnet, barrierefrei besuchbar und zeigt die Geschichte der Stadt Eberswalde, ihren Aufstieg zu Wiege der preußischen Industrie und Forstgeschichte. Dabei nutzt das Museum seine seit 1905 geführte Sammlung mit mehr als 25.000 Objekten, die seit 2023 erstmals sach- und fachgerecht in einem Depot lagert. Rund 1.300 Objekte sind in der Dauerausstellung zu sehen. Ein Besuch des Museums lohnt sich für Jung und Alt.

