Epitaph des kurfürstlichen Rates und Amthauptmanns zu Ziesar, Caspar von Arnim
Beschreibung
Umschrift: ANNO 1579 DEN 4 IANVARII IST DER EDEL GES[T]RENGE [VND] ER[N]VESTE CASPAR VON ARNIM WEILANT CHVRFVRS[TLICHER] BRANDENBURGISCHER RADT VND HAUPTMAN AVF CIESAR SELIGLICHEN ENTSCHLAFFEN DEM GOTT GNADE AMMEN Capsar von Arnim, Sohn Lippolds von Arnim und Barbaras von Schlaberndorffs, gehört der magdeburgischen Linie des bekannten märkischen Adelsgeschlechts von Arnim an. Sein Geburtsjahr ist nicht bekannt. Er war mit Anna von Trott, der Tochter des brandenburgischen Hofmarschalls Adam von Trott, verheiratet. Dieser Beziehung entsproß eine Tochter. Capsar von Arnim war Rat des Kurprinzen Johann Georg und seit 1560 Amthauptmann zu Ziesar. Hier verstarb er am 4. Januar 1579 und wurde vermutlich in der Burgkapelle beigesetzt. Der Grabstein steht für eine Erinnerungskultur, die sich durch das Bemühen auszeichnete, Tod und Vergessen durch ein gemeinschaftlich gestiftetes Gedächtnis zu überwinden. Caspar ist auf einem für die Zeit typischen Bildnisgrabstein dargestellt. Die in Stein gehauene Figur erinnert in anschaulich-konkreter Weise an die Person des Verstorbenen. Zugleich wird symbolisch auf die Vorfahren und damit auf den Familienverband verwiesen. Die linke Seite verweist auf die Ahnen der väterlichen Seite. Oben befindet sich das Arnimsche Wappen: ein Schild mit zwei Querbalken, darüber der Helm mit Büffelhörnern als Helmzier. Da Caspars Großvater Achim von Arnim mit Barbara von Bredow verheiratet war, befindet sich darunter das - nur noch in Teilen erhaltene - Bredowsche Familienwappen: im Schild einen Steighaken mit 3 Quersprossen, oben der Steinbock als Helmzier. Auf der rechten Seite ist die mütterliche Ahnenreihe dargestellt. Oben links befindet sich das Wappen der Familie Schlaberndorff: ein Schild mit drei Schrägrechtsbalken, eine sitzende Meerkatze als Helmzier. Das darunter befindliche Wappen der Familie von Byern hat ein geviertes Schild. Das 1. und 4. Feld zeigen einen sitzenden Hund, das 2. und 3. Feld einen Kranz mit Hahnenfedern. Über dem Schild ein sitzender Hund als Helmzier.
Erinnerungskultur | |
(L x H x B): 95 cm x 186 cm x 18 cm | |
Sandstein | |
o. Inv. | |
2025-02-05 21:23:51 | |
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Dieses Objekt im Museum
In Ziesar befindet sich die einzige erhaltene Bischofsresidenz mit einem so dichten und vergleichsweise gut erhaltenen Malerei- und Architekturbestand aus dem Mittelalter, und zwar nicht nur in Brandenburg, sondern auch weit darüber hinaus. Damit erklärt sich zugleich ihre Ausnahmestellung in der Denkmallandschaft. Pfingsten 2005 wurde in der ehemaligen Residenz der Bischöfe von Brandenburg das Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters mit seiner Dauerausstellung „Wege in die Himmelsstadt. Bischof – Glaube – Herrschaft 800 bis 1550“ eröffnet und ist seitdem für die Öffentlichkeit zugänglich. Trotz vielfacher Überbauungen und Umnutzungen der Burganlage blieben einzigartige Zeugnisse mittelalterlicher Kirchen- und Kulturgeschichte erhalten: Der begehbare Bergfried, Fußbodenheizungen, Maßwerkmalereien, Reste eines kreuzgewölbten Saals, vergessene Kamine, ein Gefängnisraum mit Inschriften und – das Highlight – die um 1500 vollständig ausgemalte Burgkapelle.