Pulverhorn/Schießpulver
Beschreibung
Pulverhörner, auch Pulverflaschen oder Pulverbüchsen, wurden zur Aufbewahrung von Schwarzpulver (Schießpulver) genutzt. Aus diesen Behältern füllte man das Schwarzpulver als Treibladung in den Lauf eines Vorderladers, bevor das eigentliche Geschoss geladen wurde. Dieses Pulverhorn besitzt keinen Dosiermechanismus wie einen Schieber, der den Flaschenhals vom Körper trennt. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass es lediglich als Vorratsbehälter und nicht auch zum Dosieren diente. Der Körper der abgeflachten Pulverflasche besteht aus Horn, der angenagelte Boden, Deckel und die abschraubbare Schütte aus Holz. Ein dazugehöriger Verschlussstopfen fehlt und der Flaschenkörper weist Risse und altersbedingte schadhafte Stellen auf. Vorder- und Rückseite des Pulverhornes wurden handschriftlich mit schwarzer Farbe gekennzeichnet. Deutlich sind der Name des damaligen Besitzers "Willhelm Krockert" und das Jahr "1826" zu lesen.
Details und verwandte Objekte
Einordnung
Schlagworte
Dieses Objekt im Museum
Das Museum hat seinen Sitz im Prenzlauer Tor, einem der 3 Stadttore der vollständig erhaltenen mittelalterlichen Wehranlage Templins. 1957 eröffnete das Kreisheimatmuseum mit Ausstellungsmodulen zur Ur- und Frühgeschichte, zur Bodenreform und zur lokalen Arbeiterbewegung. In den folgenden Jahren reichte das Spektrum der Sammeltätigkeit von Alltagsgegenständen, Kleidung und Arbeitsgeräten bis zu volkskundlichen Objekten. Im Jahr 2004 entstand die Idee, das Prenzlauer Tor als Gesamtensemble in seinem historischen Erscheinungsbild wieder sichtbar und damit den kulturhistorisch bedeutsamen Ort des Übergangs, des Austausches und Transits erlebbar zu machen. Im Zuge des Umbaus ab 2010 sind störende Ein- und Umbauten entfernt, das historische Gemäuer freigelegt worden. Neue Stahl-Glas-Elemente im Bereich der alten Torbögen machen heute die Blickachse durch Tor, Zwinger und Vortor wieder sichtbar, den Ort als Durchgang und Übergang wieder erlebbar. Diesem Architekturerlebnis fühlt sich die 2012 eröffnete Dauerausstellung inhaltlich verpflichtet. Die über 800 für die Ausstellung ausgewählten Objekte und die sich harmonisch einfügende Ausstellungsgestaltung belegen die außergewöhnliche Geschichte einer Stadt, ihres Umlandes und ihrer Bewohner.






