Zündhütchenzange für Jagdgewehre
Beschreibung
Zündhütchenzangen gehörten zu den Wiederladegeräten. Die meisten Schützen luden (schon aus Kostengründen) ihre Patronen selbst. Wegen des geringen Gebrauchsdrucks der Patrone musste die Hülse nicht kalibriert werden. Es reichte, mit der Zündhütchenzange das abgeschossene Zündhütchen zu entfernen, ein neues Zündhütchen zu setzen, die fertig abgewogene Pulverladung einzufüllen und das Geschoss entweder von Hand oder mit einem einfachen Geschosssetzer in den Hülsenmund zu schieben. Diese Zündhütchenzange wurde für Jagdgewehrladungen benutzt. Sie besteht aus Eisen und besitzt außer den beiden Zangenarmen noch einen mittig angebrachten Hebel. Dieser hatte die Aufgabe, den mittels einer Metallfeder am Zangenarm befestigten Dorn durch eine entsprechende Bohrung der Zangenbacken zu drücken und somit das benutzte Zündhütchen zu entfernen. Die Bohrung gegenüber entspricht den Patronenhülsen vom Kaliber 9,3, wie man der auf dem Hebel eingestanzten Nummer entnehmen kann. Ein vor diesem Loch angebrachter Riegel hielt die Hülse so lange fest, bis das Zündhütchen eingesetzt oder herausgezogen worden war.
Details und verwandte Objekte
Einordnung
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Dieses Objekt im Museum
Das Museum hat seinen Sitz im Prenzlauer Tor, einem der 3 Stadttore der vollständig erhaltenen mittelalterlichen Wehranlage Templins. 1957 eröffnete das Kreisheimatmuseum mit Ausstellungsmodulen zur Ur- und Frühgeschichte, zur Bodenreform und zur lokalen Arbeiterbewegung. In den folgenden Jahren reichte das Spektrum der Sammeltätigkeit von Alltagsgegenständen, Kleidung und Arbeitsgeräten bis zu volkskundlichen Objekten. Im Jahr 2004 entstand die Idee, das Prenzlauer Tor als Gesamtensemble in seinem historischen Erscheinungsbild wieder sichtbar und damit den kulturhistorisch bedeutsamen Ort des Übergangs, des Austausches und Transits erlebbar zu machen. Im Zuge des Umbaus ab 2010 sind störende Ein- und Umbauten entfernt, das historische Gemäuer freigelegt worden. Neue Stahl-Glas-Elemente im Bereich der alten Torbögen machen heute die Blickachse durch Tor, Zwinger und Vortor wieder sichtbar, den Ort als Durchgang und Übergang wieder erlebbar. Diesem Architekturerlebnis fühlt sich die 2012 eröffnete Dauerausstellung inhaltlich verpflichtet. Die über 800 für die Ausstellung ausgewählten Objekte und die sich harmonisch einfügende Ausstellungsgestaltung belegen die außergewöhnliche Geschichte einer Stadt, ihres Umlandes und ihrer Bewohner.








