Hl. Hieronymus mit dem Symbol des Evangelisten Markus, dem Löwen

Durchlicht, Vorderseite Holger Kupfer CC BY-NC
Auflicht, Vorderseite Holger Kupfer CC BY-NC
Auflicht, Rückseite Holger Kupfer CC BY-NC

Beschreibung

Der in der Kunst des Spätmittelalters und der Neuzeit häufig als Gelehrter in seiner Schreibstube dargestellte Hieronymus (347-419) sitzt auf einer Bank mit blauem Kissen an einem gelben Pult und schreibt mit einer Feder in einem aufgeschlagenen Buch. An der Pultwand lehnt ein weiteres, mit einer Kordel befestigtes Buch. Über einer weißen Albe trägt er einen roten Mantel, der unter dem rechten Arm von einer Fibel zusammengehalten wird. Der häufig als Attribut des Heiligen verwendete rote Kardinalshut hängt an einem Haken des Schreibpultes. Rechts neben dem Pult ist ein auf einem Hocker stehender Löwe dargestellt, der in Verbindung mit der Inschrift „·S· ·marku·“ auf dem Schriftband als Symbol des Evangelisten Markus gedeutet wird. Der zu den Kirchenvätern zählende Hieronymus ist für die Zusammenstellung der Vulgata, der Bibelübersetzung in das zu seiner Zeit gesprochene Latein, bekannt. Es scheint, als würde der Löwe ihm die Worte diktieren. Der Hintergrund zeigt eine aus rosafarbenen Quadern bestehende Mauer, die sich zu einem aus blauem Grund bestehenden Fenster öffnet. Während der Gelehrte in der Grisailletechnik ausgeführt ist, leuchtet seine Umgebung in einem Dreiklang aus roten, blauen und gelben Tönen. Die Rundscheibe wurde von dem Glasmaler Veit Hirsvogel d. J. (1487-1553) um 1507 in Nürnberg angefertigt. Für die Herstellung durch die Hirsvogel-Werkstatt sprechen die rückseitig in die Randstreifen eingefügten Ritzzeichen. Die von Hans von Kulmbach (1480/85–1522) gezeichnete Vorlage, die sowohl im Format als auch in den Details mit der Glasscheibe übereinstimmt, befindet sich im Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlung Dresden (Inv.-Nr. C 2189). Im Juni 1820 war diese Scheibe (als eine von vier Kirchenväter-Scheiben) bereits im Besitz von Hermann von Pückler-Muskau. Er hatte sie dem von Schinkel empfohlenen Berliner Glasermeister J. Bischoff zur "weiteren Verarbeitung" geschickt.

Objektart Glasgemälde
Maße D, 28,3 cm
Material Mundgeblasene durchgefärbte Gläser, vermutlich Überfangglas (rot, blau); rückseitig eingeritzte Versatzmarken in den Randstreifengläsern / Grisaille, Schwarzlotzeichnung, graubrauner und grauweißer Überzug, graubraune Lavierung, halbtransparentes Eisenrot, Silbergelb, radiert
Inventarnummer EFPiB-1661
Stand der Infomationen 2024-02-10 19:19:32
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Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz

Das Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg. Branitz ist das Alterswerk des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau. Auf Initiative der Fürstin Lucie ließ sich das Paar nach dem Verkauf seiner Standesherrschaft Muskau 1845 auf dem Familiengut Branitz nieder. Der vom Fürsten dort ab 1846 angelegte Park gilt als letzter großer Landschaftspark des 19. Jahrhunderts von internationaler Bedeutung. Das Schloss bildet den gestalterischen Mittelpunkt. Es wurde in den Jahren 1770 bis 1772 in spätbarocken Formen errichtet, später von Fürst Pückler umgebaut und beherbergt nun das Fürst-Pückler-Museum samt Dauerausstellung und authentisch eingerichteten fürstlichen Wohn- und Gesellschaftsräumen, darunter die Pückler-Callenberg-Bibliothek mit ihrem historischem Buchbestand. In den Fürstenzimmern im Obergeschoss des Schlosses ist die städtische Sammlung des international bedeutenden Cottbuser Malers Carl Blechen (1798-1840) ausgestellt.

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Glasgemäldesammlung des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau

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