"Bau und Zoll" Fahne eines Straßenbürgermeisters in Hohensaaten

Komplettansicht der Fahne mit Aufschrift "Bau und Zoll gegr. 1970 Hohensaaten" Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA
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Beschreibung

Hohensaaten war zeitweise ein Ort mit sechs Bürgermeistern. Zu dieser Besonderheit kam es im Winter 1968. Die Konzert- und Gastspieldirektion der DDR hatte Hohensaaten mit einer teuren, aber schlechten Veranstaltung beglückt, die bei den Bürgern nicht gut ankam, wie es in einem kleinen Beitrag des Fernsehens der DDR (Entdeckungen im Alltag. Hohensaaten – ein Dorf mit sechs Bürgermeistern) über diese Geschichte aus den Jahr 1980 heißt. Einige Leute sind aufgestanden und haben gesagt, wollen wir nicht lieber unser eigenes Programm machen und wegen der Räumlichkeiten jede Straße für sich? Gesagt, getan: Die Leute fassten kurzerhand den Entschluss, nächstes Mal selbst ein Programm vorzubereiten und zu gestalten. Da so ein Programm ausgedacht, aufgeschrieben, ausgestattet und geprobt werden muss, wählte sich jede Straße ein Oberhaupt, einen Straßenbürgermeister, der dem zehnköpfigen Festkomitee vorstand. Die Amtszeit dauerte ein Jahr, von einem Straßenfest bis zum nächsten. Jede Straße hatte eine eigene Fahne und der Bürgermeister standesgemäß eine dazu passende Kette. Kette und Fahne für die Straße Bau und Zoll verweisen auf den Wohnplatz der Bauarbeiter für die Neue Schleuse zur Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße und den Standort des Zolls mit den Zollhäusern. Heute wären dies die Mühlenstraße und Neuer Zoll.

Objektart Fahne
Maße 160 x 87cm
Material Textilien, genäht, gestickt
Inventarnummer o. Inv.
Stand der Infomationen 2024-04-14 22:17:40
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Heimatstube Hohensaaten CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Heimatstube Hohensaaten

Eine Erfolgsgeschichte begann 2003 mit der Gründung des Heimatverein Hohensaaten e.V. durch damals 48 Mitglieder. Heute, nach elf Jahren, ist der Verein auf 122 Mitglieder angewachsen und somit sind gut ein Sechstel der Einwohner Hohensaatens Mitglied im Heimatverein. Herr Detlev Wieland, seit 12 Jahren Vorstand des Vereins, sagt: „Wir sind hier der kulturelle Mittelpunkt, aber wir wollen damit nicht angeben.“ Einheimische, zugezogene, jüngere und ältere Menschen übernehmen Verantwortung für die Erhaltung und die Gestaltung ihres Dorfes. Im Jahr 2013 nahmen 160 Gäste an den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Jubiläum des Vereins teil, welche mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Hohensaaten ausgerichtet wurde. Herzstück des Vereins ist die liebevoll gestaltete Ausstellung von ausgewählten Werkzeugen, Haushalts- und Einrichtungsgegenständen sowie Dokumenten und weiteren Zeugnissen des lokalen Kulturerbes. Die spezifischen Exponate, ausgestellt in vier Räumen, ermöglichen verschiedenste Einblicke in die Geschichte des ehemaligen Fischer- und späteren Schifferdorfes. Untergebracht ist die Ausstellung in einem ehemals als Stall genutzten Gebäude an der Dorfstraße von Hohensaaten. Zunächst gepachtet, ging das Gebäude im zweiten Jahr nach der Gründung des Vereins durch die großzügige Schenkung der ursprünglichen Eigentümer in dessen Besitz über. Unterstützt durch die fachkundige Tatkraft seiner Mitglieder und die finanzielle Förderung durch Land und Kommune gelang es, die ehemaligen Stallungen zu überaus ansehnlichen Ausstellungsräumen umzugestalten. Die laufenden Kosten für deren Unterhaltung deckt der Verein über seine Mitgliedsbeiträge von nur einem Euro pro Monat. Durch Kontakte zu anderen regionalen Akteuren wie den Heimatvereinen Lunow, Falkenberg und Hohenwutzen sowie dem Museum Oderberg gelingt es Herrn Wieland, an die immer seltener werdenden Ausstellungsgegenstände zu gelangen. Neben der Veranschaulichung alter Handwerkstechniken und Arbeitsweisen in traditionellen Wirtschaftszweigen sowie vergangener Lebenswelten im Vereinsgebäude engagiert sich der Verein zum Beispiel für die Sanierung der alten Dorfschmiede. Für die nahe Zukunft sind weiterhin touristische Führungen während der Sommermonate in Planung. Das durch seine Lage direkt an der Oder geprägte Dorf, welches über lange Zeit zunächst ein reines Fischerdorf war, in dem die Kirche den Mittelpunkt des Ortes bildete und sich die Fischerhütten noch in Hufeisenform darum anordneten, wandelte sich später bis hin zum II. Weltkrieg in ein Schifferdorf mit 22 Dampfbootbesitzern. Mit hingegen nur sechs Bauerngehöften zu dieser Zeit unterscheidet sich Hohensaaten von den umliegenden Dörfern. Die Führungen durch den geschichtsträchtigen Ort vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem historischen Eiskeller, dem aus ausgedienten Grabsteinen liebevoll gestalteten Lapidarium sowie der in den neunziger Jahren modernisierten Ost- und Westschleuse sollen in Zukunft dem Besucher Einblicke in die ältere und jüngere Geschichte ermöglichen. Das alljährlich stattfindende Sommerfest des Heimatvereins erfreut sich großer Beliebtheit. Weiterhin findet eine rege Zusammenarbeit mit dem lokalen AWO-Seniorenzentrum „Waldblick“ statt. In regelmäßigen Abständen lädt der Verein in gemütlicher Atmosphäre zu Kaffee und Kuchen in seinen Ausstellungsräumen. Der Heimatverein will in diesem Sinne den Zusammenhalt im Dorf fördern. Jedes Jahr besuchen mehrere hundert Menschen, darunter Familien, Senioren- und Studentengruppen die Ausstellung des Heimatverein Hohensaaten e.V.