Milchkännchen "Glashütte" Marcella Ruopp CC BY-NC-SA
Milchkännchen "Glashütte" Marcella Ruopp CC BY-NC-SA

Beschreibung

Milchkännchen, "Glashütte", Deutsche Arbeitsfront, verwendet Werkskantine/Gemeinschaftsraum, Baruther Glashüttenwerke Alfred Kaiser, um 1940 Porzellanfabrik Objektgruppentext in der Austellung "Mächtige Gefühle", 2022: LanG-Stolz – «Schillernder Gegenstand» Stolz oszilliert zwischen gesundem Selbstbewusstsein und Eitelkeit sowie Hochmut. Die Welt der Glasarbeiter und ihr Stolz auf ihre handwerklichen Fähigkeiten scheinen durch in Fotos von Beschäftigten, die sich als «Veteranen der Arbeit» feiern (lassen) oder sich selbstbewusst mit den von ihnen gefertigten Produkten präsentieren. Wir als Museum sind stolz auf die Urkunde, dass diese handwerkliche Fähigkeit heute als «Immaterielles Kulturerbe» anerkannt ist. Der Staat, Parteien und Massen- Organisation wollten den Stolz der Bevölkerung erhöhen, indem sie Urkunden für hohe Leistungen in Arbeit und Sport vergaben. Mit «Rheinwein» gefüllte historistische Gläser mit langem Stiel vermitteln Nationalstolz. Produkt- und Erfinderstolz assoziieren sich mit dem technisch aufwendigen «Superfest-Glas» aus DDR-Produktion. Wappengläser transportieren Adels- oder Bürgerstolz. Eitelkeit und (Männer-)Stolz mögen sich in der fetischhaften Auto-Flasche verbergen (Haupthaus des Museums). 1 Adelsglas, um 1830*; 2 Rheinweinglas, um 1890; 3 Urkunde Kulturerbe Glas; 4 Superfestgläser, VEB Schwepnitz, um 1988; 5 Foto Veteranen der Arbeit, …; 6 Urkunde Brigade der Arbeit, …; 7«FS-Alex»-Fernseher, VEB Stern Radio Berlin, Leihgabe Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt; *Sammlung Stockmann

Objektart Geschirr (Hausrat)
Maße D (unten): 4 cm , H: 5,5 cm
Material Porzellan, gegossen, Schablonenschrifft (?), gestempelt
Inventarnummer 220006
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:03
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Museum Baruther Glashütte CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Museum Baruther Glashütte

Das Museum Baruther Glashütte ist spezialisiert auf Glas- und Technikgeschichte. Es ist ein authentischer Standort der Industriekultur in der Werkssiedlung Baruther Glashütte, die seit 1716 entstanden ist. Die Museumsgebäude „Neue Hütte“ (Bj. 1861), Dampfschleiferei (Bj. 1894) und „Haus am Hüttenbahnhof“ (Bj. 1875) sind Einzeldenkmale und Teil eines Ensembles aus über 30 Gebäuden, die selbst als Exponate zu werten sind. Im Museum in der Neuen Hütte wird die über 3000jährige Geschichte des Glases und die 300jährige Betriebsgeschichte der Baruther Glashütte (bis 1815 sächsisch) erzählt. Im 1. OG findet sich eine Darstellung der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Glases, die Beschreibung der Blütezeit im 19. Jahrhundert sowie der Anfänge und des Niedergangs bis zur Schließung im Jahr 1980. Auch werden Aspekte des sozialen Lebens des Arbeitermilieus behandelt. Vom Auftaktraum, der historischen Hafenstube, gelangen die Besuchenden in die imposante Ofenhalle. Dort beeindruckt die historische Einrichtung und insbesondere der Siemens-Wannenofen mit 20 Tonnen erkalteten Glases. In der Ofenhalle findet sich auch ein Glasstudio, das den Gästen einen praktischen Einblick in die uralte Technik der manuellen Glasfertigung gewährt. Eine Glasmacherin arbeitet an einem modernen elektrisch befeuerten Studioofen. Neben dem Mitmachangebot „selbst Glas blasen“ finden sich im Museum in der Neuen Hütte auch verschiedene hands-on-Stationen, Filme und der Parcours einer Museumsrallye. Die Abteilung „Burger-Ausstellung“ widmet sich in der historischen Dampfschleiferei Leben und Werk von Reinhold Burger (1866-1954). Der gebürtige Glashütter ist der Erfinder der Thermosflasche und auch ein Pionier der Röntgentechnologie. Die „Burger-Ausstellung“ gewährt somit Einblicke in die Beziehungsgeschichte zwischen Glas und technischem Fortschritt und hat mit einer Vakuumpumpe vor dem historischen Aggregat auch eine museumspädagogische Versuchsstation. Das Museum Baruther Glashütte zeigt regelmäßig Sonderausstellung zu Themen der Geschichte des Glases und der allgemeinen Kulturgeschichte. Das Museum ist Mit-Initiator einer Initiative, die erfolgreich der manuellen Glasfertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas den Unesco-Status des Immateriellen Kulturerbes verschafft hat. Das Museum verfügt über eine Sammlung zur Sozial-, Technik- und Kunstgeschichte des Glases. Trink- und andere Gläser von der Antike bis zur heutigen Studioglasbewegung bilden einen Teil der etwa 5000 Objekte umfassenden Sammlung. Wesentlicher Bestandteil der Sammlung sind Werkzeuge der Glasherstellung, insbesondere solche zur Fertigung von „Großzeug“ und Beleuchtungsglas. Entsprechend gewichtig ist auch die Sammlung von Lampenschirmen. Weiterhin verwahrt das Museum einen Bestand von Briefbeschwerern und von Jasper-Ware. Die historische Überlieferung der Baruther Glashütte findet sich auch dokumentiert in einem Betriebsarchiv das ca. 50 laufende Meter umfasst mit Akten vom 19. Jahrhundert und einem Schwerpunkt der „VEB-Zeit“. Link für die Online-Ausstellug unserer aktuellen Sonderausstellung: https://ex.musdig.org/Werksiedlungen

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