Alex Schirmer CC BY-NC-SA
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Beschreibung

Dieses aus Holz und Eisen vermutlich nach dem Zweiten Weltkrieg in Eigenbau gefertigte Seilergeschirr steht stellvertretend für die Oderberger Seilerei Fritz Dossmann die 1925 ihr 100jähriges Bestehen feierte aber schon Jahrzehnte geschlossen ist. Sie fertigte Seile für den Schiffbau, aber auch für die Landwirtschaft und den Privatgebrauch. Ein Seilergeschirr stand am Ende der Seilerbahn und wurde zum Verdrehen von vier, meist aus Hanf produzierten Garnen zu einem vierlitzigen Seil genutzt. Der Seilerknecht, wie der Hilfsarbeiter des Seilers früher gerufen wurde, stand auf dem längeren Fußende des Geschirrs und bediente die Handkurbel. Zahnräder übertragen die Bewegung und geben den Garnen den nötigen Drall, der sich bis zum Seilerwagen am Ende der Bahn fortsetzt, an dem die vier Garne an einem drehbar gelagerten Haken eingehängt sind. Ein Mitdrehen dieses Hakens wird mit dem sogenannten Leitholz, über das die gespannten Garne laufen, so lange verhindert, bis die in sich verdrehten Litzen die notwendige Festigkeit und Spannung haben. Für längere Seile werden Seilerböcke gestellt, um ein Durchhängen der Garne zu verhindern. Der Seiler führt dann das Leitholz vom Seilerwagen zum Seilergeschirr, an dem der Knecht die Kurbel dreht. Das fertige Seil wird an den Enden verspleisst, abgenommen und gestreckt.

Objektart Seilergeschirr
Maße HxBxT: 77 x 28 x 60 cm
Material Holz, Eisen
Inventarnummer VI 616
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:03
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Binnenschifffahrts-Museum Oderberg CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Binnenschifffahrts-Museum Oderberg

Die durch Oderberg führende Handelsstraße, die Oder als bedeutender Wasserweg sowie die Vergabe des Niederlagsrechts im 13. Jh. bildeten die Grundlage regen Handels in der Region, von dem auch das Handwerk in großem Maße profitierte. In der Neuzeit bildeten Fischerei, Holzindustrie und Schiffbau neben dem Handwerk die Grundlage der Oderberger Wirtschaft, wobei der Schiffbau in der zweiten Hälfte des 19. Jh. besonders prosperierte. Das ursprünglich 1954 als Heimatstube gegründete Museum berichtet auf drei Etagen in themenbezogenen Ausstellungsräumen über die wechselvolle Geschichte Oderbergs, wobei der Schwerpunkt inzwischen auf der Binnenschifffahrt im Odergebiet liegt. Die technische Entwicklung der Schiffe des Oderraumes und ihre Besonderheiten werden an Hand von Modellen, Abbildungen und Dokumenten dargestellt. Seit 1979 liegt der 1897 gebaute Seitenraddampfer RIESA an der Alten Oder im Museumspark. Die in 2012 beginnenden Umstrukturierungs- und Baumassnahmen haben zum Ziel, die Schwerpunkte Leben an, auf und mit dem Fluss stärker zu thematisieren.

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