Floßholznägel und Flößerkrammen

Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA
Alex Schirmer CC BY-NC-SA

Beschreibung

Das Holz, das die Oderberger Sägewerke für die Kahn- und Schiffbauer aufschnitten, wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert meist auf der Oder herbei geflößt. Für den Bau der Flöße wurden unter anderem solche schmiedeeisernen Floßholznägel verwendet. Um ihre Trittsicherheit auf den nassen Hölzern zu verbessern, schnallten sich die Flößer Flößerkrammen wie Eissporne unter das Schuhwerk. Um 1900 aufgenommene Fotografien zeigen einen über und über mit Holzflößen bedeckten Oderberger See. Die Bilder verdeutlichen die Bedeutung der Holzindustrie und des Holzhandels für Oderberg. Die Verbindung von guter Infrastruktur mit dem Finowkanal, der Chaussee nach Eberswalde sowie der Eisenbahnlinie über Oderberg und der Holzreichtum des Umlandes boten beste Voraussetzungen für die Errichtung von Sägewerken und Holz verarbeitender Industrie. Die Kleinstadt wurde zum größten Holzlagerplatz im Norden Deutschlands. Die Nachfrage nach Bauholz in Berlin und Stettin war enorm. An der Alten Oder wurden bis in die Gründerzeit des Deutschen Reiches insgesamt 11 Schneidemühlen, später Sägewerke genannt, errichtet. Was an Werkholz nicht in die expandierenden Großstädte verbracht wurde, nutzten die 15 Kahnbauereien vor Ort. Bald reichte das heimische Holzdargebot aus den um Oderberg gelegenen Staatsforsten nicht mehr aus. Stammholz wurde in großen Flößen und in Schiffsladungen auf der Oder aus Nord- und Osteuropa herantransportiert. Eine eigens eingerichtete Seilzugdampferlinie zwischen Hohensaaten und Liepe sorgte für einen zuverlässigen Transport der Flöße zum Absetzplatz im Oderberger See. Das Holz im Schlepptau zog sich das von den Oderbergern liebevoll „UHLE“ genannte Dampfschiff Jahrzehnte an Stahlseilen, die auf einer Länge von 13 km in der Alten Oder versenkt worden waren, die Wasserstraße entlang. Das monotone Gerassel der Seilrollen soll das Leben in den Orten wie ein Grundton begleitet haben. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ging die Flößerei zurück. 1924 war das Aufkommen an Floßholz so gering geworden, dass der Schleppbetrieb eingestellt wurde.

Objektart Nägel und Krammen
Material Eisen, Leder
Inventarnummer V 884 a-d, V 252 L
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:03
Druckversion (pdf) Herunterladen
Binnenschifffahrts-Museum Oderberg CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Binnenschifffahrts-Museum Oderberg

Die durch Oderberg führende Handelsstraße, die Oder als bedeutender Wasserweg sowie die Vergabe des Niederlagsrechts im 13. Jh. bildeten die Grundlage regen Handels in der Region, von dem auch das Handwerk in großem Maße profitierte. In der Neuzeit bildeten Fischerei, Holzindustrie und Schiffbau neben dem Handwerk die Grundlage der Oderberger Wirtschaft, wobei der Schiffbau in der zweiten Hälfte des 19. Jh. besonders prosperierte. Das ursprünglich 1954 als Heimatstube gegründete Museum berichtet auf drei Etagen in themenbezogenen Ausstellungsräumen über die wechselvolle Geschichte Oderbergs, wobei der Schwerpunkt inzwischen auf der Binnenschifffahrt im Odergebiet liegt. Die technische Entwicklung der Schiffe des Oderraumes und ihre Besonderheiten werden an Hand von Modellen, Abbildungen und Dokumenten dargestellt. Seit 1979 liegt der 1897 gebaute Seitenraddampfer RIESA an der Alten Oder im Museumspark. Die in 2012 beginnenden Umstrukturierungs- und Baumassnahmen haben zum Ziel, die Schwerpunkte Leben an, auf und mit dem Fluss stärker zu thematisieren.

Zum Museum

Sammlungen

Regionalgeschichte

Zur Sammlung