Berlin, Schloss Charlottenburg, Grünes Zimmer mit Blick zum Elfenbeinzimmer

Lindner, Daniel (2000) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Die Berliner Malerin Friederike Meinert hielt auf diesem 1843 entstandenen Aquarell das Interieur des Grünen Zimmers im Schloss Charlottenburg kurz nach dessen Renovierung fest. Der Raum war letztmalig 1740 für Friedrich II. umgestaltet worden. Unter Friedrich Wilhelm IV. und Elisabeth entsprachen die leichten Rokokoformen wieder dem Zeitgeschmack, so dass die Wandvertäfelung, die versilberten Schnitzereien und die Supraporten von Augustin Dubuisson bei der Neueinrichtung als Teekabinett unberührt blieben. Die Möbel stammten vorwiegend aus dem alten Vorrat. Die geöffnete Tür gibt den Blick frei in das benachbarte Elfenbeinzimmer, das der Königin als Wohnzimmer diente. Friederike Meinert war vor allem eine geschätzte Malerin von Blumen- und Fruchtstücken. Im Besitz des Königshauses befanden sich ursprünglich 20 Ölgemälde mit Stillleben von ihrer Hand. Die meisten davon hingen im Damenflügel des Schlosses Sanssouci. Nur ein Werk ist noch vorhanden, die anderen werden seit 1945 vermisst. Mit vier Innenraumdarstellungen aus dem Schloss Charlottenburg [SPSG, GK II (5) 2168-2171] versuchte sich die Künstlerin in einem ganz anderen Metier: der Architekturmalerei. Selbstbewusst stellte sie sich der Aufgabe und den Herausforderungen, die die detaillierten Vorgaben des königlichen Auftraggebers mit sich brachten. Der Vater von Friederike Meinert hatte ab 1810 das Amt des Hofstaatssekretärs beim preußischen Kronprinzen inne. Möglicherweise sorgte diese Begegnung dafür, dass die Malerin später die wohlwollende Unterstützung und Förderung Friedrich Wilhelms IV. erfuhr. Anders ist kaum zu erklären, dass die Raumaufnahmen aus dem Appartement des Königspaares nicht einem der etablierten Architekturmalern der Zeit übertragen wurden. Evelyn Zimmermann Aus dem Besitz Friedrich Wilhelms IV. und der Königin Elisabeth von Preußen, K 53 Alb. 1 Nr. 22 Signiert u. r.: Charlotte Friederike Meinert 1843.

Objektart Aquarell
Maße Darstellung: Höhe: 28.60 cm Breite: 37.80 cm – Träger: Höhe: 41.70 cm Breite: 55.80 cm
Material Papier, Wasserfarbe
Inventarnummer GK II (5) 2168
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:03
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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