Arabeske zur ersten Strophe aus dem Gedicht: Wunder der Liebe

Pfauder, Wolfgang (2021) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Das von Marie und Hedwig Olfers signierte Blatt zeigt eine arabeske Komposition zu Ludwig Tiecks romantischem Gedicht von 1803, dessen erste vier Zeilen von einer Fülle phantasievoller Szenen aus verschiedenen Haus- und Kunstmärchen umrahmt sind. Blumenranken und grazile Palmenstämme gliedern die Darstellung in drei Bildstreifen, die sich aus Motiven der zauberhaften Unterwelt von Erde und Wasser entwickeln und oben in einer Himmelsszene enden. Die mittlere Szene führt in einen Raum, der von Mondlicht und einer kleinen Öllampe erhellt wird. Fünf Kinder hören gebannt einer Geschichtenerzählerin zu, die neben einem Spinnrad sitzt. Zum Grusel der Nacht gehören auch die drei kleinen Hexen mit Eulen, Schlangen und Fröschen, die auf dem Fensterbogen sitzen. In den beiden Seitenstreifen erwachsen aus den Rosenblüten des Rankenwerks Figurengruppen aus bekannten Märchen wie „Rotkäppchen und der Wolf“ oder „Brüderlein und Schwesterlein“. In der Aquarellsammlung der SPSG sind sechs von ursprünglich acht arabesken Kompositionen der Künstlerinnen erhalten. Da die Geschwister Nina (Johanna), Marie und Hedwig häufig gemeinsam an einem Werk arbeiteten, können unsignierte Blätter grundsätzlich allen drei Zeichnerinnen zugeschrieben werden. Sie waren die musisch begabten Töchter der Salonnière Hedwig von Olfers. Der Vater Ignatz von Olfers war mit Alexander von Humboldt befreundet und gehörte als Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin zu den engsten Vertrauten König Friedrich Wilhelms IV. Ihr Haus bildete in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts einen gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt. Dadurch bekamen die Olfers-Kinder Gelegenheit, die bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit kennenzulernen, unter anderem auch den Dichter Ludwig Tieck. Er war häufig zu Gast im Salon der Familie. Seine wertvolle Bibliothek erwarb später Ludwig York von Wartenberg, der seit 1849 mit Nina von Olfers verheiratet war. Hedwig, die 1866 den Theologen Heinrich Abeken geheiratet hatte, und Marie waren Mitglieder des Vereins der Berliner Künstlerinnen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Nina führten sie den Salon ihrer Mutter nach deren Tod fort. Evelyn Zimmermann Aus dem Besitz Friedrich Wilhelms IV. und der Königin Elisabeth von Preußen, K 46 Alb. 4 Nr. 3 Signiert u. l. auf einem grünen Blatt: Marie u. Hedwig von Olfers pinx.

Objektart Arabeske
Maße Darstellung: Höhe: 44.80 cm Breite: 37.40 cm – Träger: Höhe: 53.70 cm Breite: 40.50 cm
Material Papier, Wasserfarbe, Deckfarbe, Tusche
Inventarnummer GK II (5) 2338
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:03
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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