"Ornithologischer Reigen"

Kunstwerk "Ornithologischer Reigen", Leihgabe Micha Brendel, 2001 Georg Goes CC BY-NC-SA
Kunstwerk "Ornithologischer Reigen", 2001, Leihgabe Micha Brendel Georg Goes CC BY-NC-SA

Beschreibung

2001, Vogelmumifizierungen, verschiedene Einschlüsse, Polyesterharz Objektgruppentext in der Austellung "Mächtige Gefühle", 2022: Lang: Scham – «Totally cringy» Zu den Unlustgefühlen zählt Scham. Sie kann bewirken, dass wir uns schamhaft zurückziehen wie Adam und Eva nach dem «Sündenfall». Oder Menschen werden im Gegenteil aus Scham aktiv. Passive Scham mag sich einstellen, wenn man glaubt, vor einer Idealnorm zu versagen. Scham kann auch sozial und kulturell erzwungen sein, wie durch ein «Schamdiktat» gegen Frauen. Schambewährte Normen wurden besonders durch die 68er Bewegung niedergerissen und in Aktivität umgewandelt. Die Lesben- und Schwulenbewegung ist eine Auflehnung, die aus konservativer Sicht zuweilen schamlos erschien. Der Glas-Penis mag Ausdruck einer Liberalisierung sein. Kollektive Scham stellte sich ein im Angesicht des Menschheitsverbrechens des Holocaust. Neue Formen der Scham, die politische Gruppen oder Generationskohorten verspüren, sind «Flugscham», «Fleischscham» und «Kinderscham». Sie sind Unlustgefühle im Zuge der aktuellen Klimakatastrophe. Die Skulptur «Der ornithologische Reigen» von Michael Brendel beschämt die Betrachtenden: Die in Harz eingebetteten Vogelskelette erzählen vom Massensterben der Tiere in Fischernetzen. Wenn Sie denken, dass diese Ausstellung total peinlich ist, empfinden Sie Fremdscham. Diese nennen junge Leute «cringe» – Jugendwort des Jahres 2021. 1 Genesis-Blatt (1. Buch Mose), Bibel, London 1948*; 2 Ornithologischer Reigen, Skulptur, Vogelknochen, Harz, Micha Brendel* 3 Glas-Penis, Skulptur, Olaf Gonzalez-Valero*; *Leihgaben

Objektart Kunstwerk
Maße 26 x 30 x 20 cm
Material Knochen, Polyesterharz, gegossen, poliert
Inventarnummer MBLG-1
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:03
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Museum Baruther Glashütte CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Museum Baruther Glashütte

Das Museum Baruther Glashütte ist spezialisiert auf Glas- und Technikgeschichte. Es ist ein authentischer Standort der Industriekultur in der Werkssiedlung Baruther Glashütte, die seit 1716 entstanden ist. Die Museumsgebäude „Neue Hütte“ (Bj. 1861), Dampfschleiferei (Bj. 1894) und „Haus am Hüttenbahnhof“ (Bj. 1875) sind Einzeldenkmale und Teil eines Ensembles aus über 30 Gebäuden, die selbst als Exponate zu werten sind. Im Museum in der Neuen Hütte wird die über 3000jährige Geschichte des Glases und die 300jährige Betriebsgeschichte der Baruther Glashütte (bis 1815 sächsisch) erzählt. Im 1. OG findet sich eine Darstellung der physikalischen und chemischen Eigenschaften des Glases, die Beschreibung der Blütezeit im 19. Jahrhundert sowie der Anfänge und des Niedergangs bis zur Schließung im Jahr 1980. Auch werden Aspekte des sozialen Lebens des Arbeitermilieus behandelt. Vom Auftaktraum, der historischen Hafenstube, gelangen die Besuchenden in die imposante Ofenhalle. Dort beeindruckt die historische Einrichtung und insbesondere der Siemens-Wannenofen mit 20 Tonnen erkalteten Glases. In der Ofenhalle findet sich auch ein Glasstudio, das den Gästen einen praktischen Einblick in die uralte Technik der manuellen Glasfertigung gewährt. Eine Glasmacherin arbeitet an einem modernen elektrisch befeuerten Studioofen. Neben dem Mitmachangebot „selbst Glas blasen“ finden sich im Museum in der Neuen Hütte auch verschiedene hands-on-Stationen, Filme und der Parcours einer Museumsrallye. Die Abteilung „Burger-Ausstellung“ widmet sich in der historischen Dampfschleiferei Leben und Werk von Reinhold Burger (1866-1954). Der gebürtige Glashütter ist der Erfinder der Thermosflasche und auch ein Pionier der Röntgentechnologie. Die „Burger-Ausstellung“ gewährt somit Einblicke in die Beziehungsgeschichte zwischen Glas und technischem Fortschritt und hat mit einer Vakuumpumpe vor dem historischen Aggregat auch eine museumspädagogische Versuchsstation. Das Museum Baruther Glashütte zeigt regelmäßig Sonderausstellung zu Themen der Geschichte des Glases und der allgemeinen Kulturgeschichte. Das Museum ist Mit-Initiator einer Initiative, die erfolgreich der manuellen Glasfertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas den Unesco-Status des Immateriellen Kulturerbes verschafft hat. Das Museum verfügt über eine Sammlung zur Sozial-, Technik- und Kunstgeschichte des Glases. Trink- und andere Gläser von der Antike bis zur heutigen Studioglasbewegung bilden einen Teil der etwa 5000 Objekte umfassenden Sammlung. Wesentlicher Bestandteil der Sammlung sind Werkzeuge der Glasherstellung, insbesondere solche zur Fertigung von „Großzeug“ und Beleuchtungsglas. Entsprechend gewichtig ist auch die Sammlung von Lampenschirmen. Weiterhin verwahrt das Museum einen Bestand von Briefbeschwerern und von Jasper-Ware. Die historische Überlieferung der Baruther Glashütte findet sich auch dokumentiert in einem Betriebsarchiv das ca. 50 laufende Meter umfasst mit Akten vom 19. Jahrhundert und einem Schwerpunkt der „VEB-Zeit“. Link für die Online-Ausstellug unserer aktuellen Sonderausstellung: https://ex.musdig.org/Werksiedlungen

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