Sockel einer Schuko-Steckdose

Horst Weinzierl CC BY-SA

Beschreibung

Der Sockel zeigt die Verdrahtung in einer Schuko-Steckdose. Die beiden Teile des Scockels sind aus Bakelit. Auf der Vorderseite befinden sich die Zeichen "P" und "N" für die Zuleitungsanschlüsse, die Zahl 2,5 für den Durchmesser der Aluminiumleitung und ein Kreis mit der Zahl 31. Das könnte nach der Liste der Presswerkfirmenzeichen der Staatlichen Materialprüfungsanstalt Berlin-Dahlem /1/ auf den Hersteller des Bakelitockels Vereinigte Isolatorenwerke AG (Viacowerke) Berlin-Pankow, die Zahl 53 auf der Rückseite jedoch auf den Hersteller Ernst Backhaus und Co., Kierspe hinweisen. Weitere Angaben auf der Rückseite sind: TGL 200-3835 und die Zahlen 22081.1-1:1/4. Die Verdrahtung zeigt deutlich, daß Nullleiter (N) und Schutzleiter verbunden sind. Wird beim Anschluß der Steckdose mit einer zweiadrigen Zuleitung die Phase (P) mit dem Nulleiter (N) vertauscht und das ist bei zweiadriger Zuleitung leicht möglich, fließt der Strom bei Berührung eines Metallgehäuses oder Motors durch den Körper eines Menschen und nicht durch den Nullleiter. Das ist ein Grund, weshalb Schuko-Steckdosen nicht zur Euronorm ernannt wurden und in der Schweiz sogar verboten sind. Der zweite Mangel dieser Schaltung liegt in der Verdrahtung mit einem Aluminiumdraht. Da Aluminium nach längerer Zeit "fließt", müssen die Befestigungsschrauben in regelmäßigen Abständen nachgezogen werden, sonst besteht bei losen Kontaktflächen Brandgefahr. Die sichere Verwendung eines Kupferdrahtes war wegen der Mangelwirtschaft in der DDR nicht möglich. Der Hinweis auf eine TGL beweißt eindeutig eine Produktion in der DDR. /1/ Kunststoffe (1942)32, S. 277-286

Objektart Steckdose
Maße LxBxH 8cmx7cmx3,5cm
Material Bakelit (Sockel), Aluminium(Draht), Metall(Schrauben)
Inventarnummer cme.2022.0146100
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:03
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ChemieFreunde Erkner CC BY-NC-SA

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ChemieFreunde Erkner

BAKELIT, der erste vollsynthetische Kunststoff, erblickte vor mehr als 100 Jahren bei New York das Licht der Welt. Aber hier in Erkner wurde er ab 1909/10 zuerst industriell produziert und zum Massenproduckt Kunststoff. Damit wurde „Erkner die Wiege des Kunststoffzeitalters“. In unserem Kunststoff- und Chemie-Kabinett „KuCK“ im Stadtzentrum Erkners befinden sich kleine Wechselausstellungen und die Gelegenheit zu informativen Gesprächen. Im Heimatmuseum Erkner ist unsere Dauerausstellung zum Chemiestandort Erkner zu sehen. Der ChemieFreunde Erkner e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken der Chemie- und Kunststoffgeschichte Berlin-Brandenburgs, insbesondere des Bakelits, zu bewahren sowie die Entwicklungen und Fortschritte auf diesem Gebiet für eine breite Öffentlichkeit – besonders für Kinder und Jugendliche – zugänglich zu machen.

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