Kannengieser, Louise: Marktplatz und Marienkirche in Prenzlau, um 1860
Beschreibung
Diese Lithographie ist nur in einem Exemplar vorhanden. Sie ist Teil einer Blattfolge, von welcher neben diesem noch drei weitere Blätter nachweisbar sind (zwei im Museum Prenzlau, eines in der Bildersammlung der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg in Berlin), aus welcher sich als Künstlerin und Lithographin Louise Kannengieser und als Verlag Wolf Hagelberg in Berlin rekonstruieren lassen. Dargestellt ist der häufige Prenzlauer Blick vom Marktplatz aus östlicher Richtung mit dem Rathaus rechts, der Alten Wache daneben und die Marienkirche geradezu. Besondere Sorgfalt ist der lebendigen Vordergrundgestaltung beigemessen, die mehr als die sonst übliche Staffage sicher Beobachtungen vom Prenzlauer Alltag aufgreift. Das Blatt wurde alt beschnitten, auf einen Unterkarton geklebt und in einem Gründerzeitrahmen mit Mahagonie-Imitat um eine schmale Goldleiste gerahmt. Er bildet ein Pendant zu V 364 K2. Der Rahmen hat zahlreiche Abplatzungen am oberen Rand und an der Seite. (Abb. 1 Vorderseite, Abb. 2 Rückseite). Durch das Kaschieren auf Unterkarton wurde die Ortsbezeichnung "Der Marktplatz zu Prenzlau" ausgeschnitten und aufgeklebt, Künstler- und Verlegermerk jedoch abgeschnitten oder hinter dem alten Passepartoutkarton versteckt. Der säurehaltige Karton auf der Rückseite bedroht das seltene Blatt, perspektivisch wird daher eine Ablösung der Leimschicht empfohlen und eine Neurahmung in säurefreien Karton. Das Blatt ist stark gebräunt und fleckig. 2022 wurde der Rahmen geöffnet (Abb. 3 Vorderseite, Abb. 4 Rückseite). Das Blatt und der Rahmen wurden gereinigt (Abb. 5 Vorderseite, Abb. 6 Rückseite) und wieder neu verklebt. Dabei wurde der beschädigte Rahmen wurde leicht retuschiert.
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Dieses Objekt im Museum
Das Museum befindet sich im ehemaligen Dominikanerkloster, einer der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Nordostdeutschland. Der gesamte Kreuzgangbereich sowie Teile des ersten Obergeschosses werden museal genutzt, Friedgarten und Refektorium außerdem für Festveranstaltungen und Konzerte. Ein moderner Galerieraum wurde 2011 im angrenzenden ehemaligen Waschhaus eröffnet. Das Kloster hat sich seit der umfassenden Sanierung 1997-1999 zu einem für die Region bedeutenden Kulturstandort entwickelt. Es vereinigt unter seinem Dach das Kulturhistorische Museum, das Historische Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und das Veranstaltungszentrum "Kulturarche". Der Besucherservice mit Ladengalerie bietet touristische Informationen und Veranstaltungstickets. Das Museum hat aufgrund seiner weit über 100-jährigen Geschichte - trotz erheblicher Kriegsverluste - einen großen Sammlungsbestand zur Stadt- und Regionalgeschichte. Schwerpunkte bilden die Kloster- und Kirchengeschichte mit sakralen Objekten der Region und herausragenden archäologischen Funden aus dem Kloster Seehausen, die mittelalterliche Stadtentwicklung, das Zunftwesen, die Rolle Prenzlaus als preußische Garnisonsstadt und die mannigfachen Brüche in der Geschichte der Stadt sowie eine kleine Schau zum hier geborenen Maler und Goethefreund Jakob Philipp Hackert. Mehrere Sonderausstellungen jährlich und Projekte im Rahmen von "Kulturland Brandenburg" sind mehr als nur eine Ergänzung.












