Gottheil, Julius: Prenzlauer Marktplatz mit Marienkirche, 1860
Beschreibung
Immer wieder wurde der Blick vom Marktplatz auf die im Osten zum Markt ausgebildete Giebel-Schauseite der Marienkirche mit ihrem hohen Dach und dahinter der Doppelturmfassade, dargestellt. Sie ist das höchste Bauwerk im Norden Brandenburgs und ein spätgotischer Bau in herausragender Qualität. Gegenüber dieser Monumentalität nimmt sich der Marktplatz mit dem barocken Rathaus, der Alten Wache daneben und einigen Bürgern auf dem leeren Platz sowie der zweigeschossigen Bebauung vor der Kirche klein aus. Die Darstellung ist bezeichnet li. u. "J. Gottheil del.", re. u. "Poppel u. Kurz sc.", Mi. u. bezeichnet mit der Zahl "57.", was auf die Ausgabe des Jahres 1860 deutet, erstmalig erschien das Blatt bereits 1856. Darunter ist die Ortsangabe vermerkt "Die Marienkirche in Prenzlau", darunter der des Verlages "Verlag u. Eigenthum v. B. S. Berendsohn in Hamburg." Das Blatt stammt aus dem Brandenburgischen Album, einer Sammlung von 60 Ortsansichten, für die Julius Gottheil die Ansichten zeichnete, vielleicht sogar bereits die Kamera verwendete, und das in Hamburg verlegt wurde. Die Blätter sind in hoher Auflage erschienen und bis heute verbreitet. Die in einem Rahmen hinter Passepartout verklebte Ansicht wurde 1992 von der Galerie Brumme, Mainz, für das Museum in Prenzlau erworben. Es handelt sich um ein seltenes Blatt mit alter Kolorierung. Von den Rändern unter Passepartout her dringt eine leichte Bräunung auf das alte Blatt, das einige Flecken altersbedingt aufweist. Es ist zu vermuten, dass es sich um ein säurehaltiges, also aus holzhaltigem Karton, gefertigte Passepartout handelt, ein Umpassepartourieren ist empfehlenswert. In der Sammlung befinden sich zwei weitere unkolorierte Exemplare in der Sammlung (V 3448 K2, V 3462 K2), davon das erstgenannte in der ständigen Ausstellung des Prenzlauer Museums. Literatur: Iris Berndt, Märkische Ansichten. Die Provinz Brandenburg im Bild der Druckgraphik 1550-1850, Berlin 2007, Nr. 1630 o. Abb.
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Dieses Objekt im Museum
Das Museum befindet sich im ehemaligen Dominikanerkloster, einer der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Nordostdeutschland. Der gesamte Kreuzgangbereich sowie Teile des ersten Obergeschosses werden museal genutzt, Friedgarten und Refektorium außerdem für Festveranstaltungen und Konzerte. Ein moderner Galerieraum wurde 2011 im angrenzenden ehemaligen Waschhaus eröffnet. Das Kloster hat sich seit der umfassenden Sanierung 1997-1999 zu einem für die Region bedeutenden Kulturstandort entwickelt. Es vereinigt unter seinem Dach das Kulturhistorische Museum, das Historische Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und das Veranstaltungszentrum "Kulturarche". Der Besucherservice mit Ladengalerie bietet touristische Informationen und Veranstaltungstickets. Das Museum hat aufgrund seiner weit über 100-jährigen Geschichte - trotz erheblicher Kriegsverluste - einen großen Sammlungsbestand zur Stadt- und Regionalgeschichte. Schwerpunkte bilden die Kloster- und Kirchengeschichte mit sakralen Objekten der Region und herausragenden archäologischen Funden aus dem Kloster Seehausen, die mittelalterliche Stadtentwicklung, das Zunftwesen, die Rolle Prenzlaus als preußische Garnisonsstadt und die mannigfachen Brüche in der Geschichte der Stadt sowie eine kleine Schau zum hier geborenen Maler und Goethefreund Jakob Philipp Hackert. Mehrere Sonderausstellungen jährlich und Projekte im Rahmen von "Kulturland Brandenburg" sind mehr als nur eine Ergänzung.

