Ridinger, Johann Elias: Die Wasserjagd, 1729
Beschreibung
Dargestellt ist eine fürstliche Wasser-Jagd, eine brutale, aufwendige und hohen Herrschaften vorbehaltene Form der Jagd im Zeitalter des Absolutismus: In den Fluss getriebene Hirsche werden von der Jagdgesellschaft in ihrem befestigten Jagdschiff erwartet. In zwei weiteren Kähnen haben sich Helfer mit Hakenstangen zum Herausholen der erlegten Hirsche eingefunden, zu Lande vorn links ist eine Treibergruppe in gestenreicher Aktion, zurückgesetzt zur Rechten Reiter und zwei herrschaftliche Kutschen hinter 6spännigem Jagdwagen zum Abtransport des Wildes. Die Darstellung ist gerahmt in schwarzem Holzrahmen mit Goldleiste und auf der Rückseite verklebt. Das Blatt ist mit fünf Linien gerahmt und darunter bezeichnet re. u. "Joh. El. Ridinger inv. Pinx.sculps et excud. Aug. Vind.", darunter "Die Wasser-Jagd." mit darunter angebrachtem ausführlichen erläuterndem zweisprachigen Text deutsch/französisch. Es gehört zur 36 Blätter umfassenden frühen Folge "Der Fürsten Jagd-Lust" des Augsburger Radierers und Kupferstechers Johann Elias Ridinger (Ulm 1698 – Augsburg 1767). Der Künstler war auf Jagddarstellungen spezialisiert, seine Kupferstiche dienten vor allem in Jagdschlössern der fürstlichen Präsentation. Die Blätter wurden häufiger nachgedruckt. Es handelt sich um eine Schenkung aus Privatbesitz an das Museum. Das Blatt ist leicht gebräunt, links ist ein Wasserschaden zu erkennen. Sonst handelt es sich um ein schönes Blatt mit breitem Rand um den Plattenabzug. Literatur: Thienemann online mit Verzeichnis der Werke des Künstlers: https://www.luederhniemeyer.com/ridinger-niemeyer/thienemann.online/th003.php
Details und verwandte Objekte
Einordnung
Schlagworte
Dieses Objekt im Museum
Das Museum befindet sich im ehemaligen Dominikanerkloster, einer der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Nordostdeutschland. Der gesamte Kreuzgangbereich sowie Teile des ersten Obergeschosses werden museal genutzt, Friedgarten und Refektorium außerdem für Festveranstaltungen und Konzerte. Ein moderner Galerieraum wurde 2011 im angrenzenden ehemaligen Waschhaus eröffnet. Das Kloster hat sich seit der umfassenden Sanierung 1997-1999 zu einem für die Region bedeutenden Kulturstandort entwickelt. Es vereinigt unter seinem Dach das Kulturhistorische Museum, das Historische Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und das Veranstaltungszentrum "Kulturarche". Der Besucherservice mit Ladengalerie bietet touristische Informationen und Veranstaltungstickets. Das Museum hat aufgrund seiner weit über 100-jährigen Geschichte - trotz erheblicher Kriegsverluste - einen großen Sammlungsbestand zur Stadt- und Regionalgeschichte. Schwerpunkte bilden die Kloster- und Kirchengeschichte mit sakralen Objekten der Region und herausragenden archäologischen Funden aus dem Kloster Seehausen, die mittelalterliche Stadtentwicklung, das Zunftwesen, die Rolle Prenzlaus als preußische Garnisonsstadt und die mannigfachen Brüche in der Geschichte der Stadt sowie eine kleine Schau zum hier geborenen Maler und Goethefreund Jakob Philipp Hackert. Mehrere Sonderausstellungen jährlich und Projekte im Rahmen von "Kulturland Brandenburg" sind mehr als nur eine Ergänzung.




