Kannengieser, Louise: Ansicht der Klosterstraße in Prenzlau, um 1860

Thomas Voßbeck, 2022 CC BY-NC
Thomas Voßbeck CC BY-NC
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Beschreibung

Diese Lithographie ist nur in einem Exemplar vorhanden. Sie ist Teil einer Blattfolge, von welcher neben diesem noch drei weitere Blätter nachweisbar sind (zwei im Museum Prenzlau, eines in der Bildersammlung der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg in Berlin), aus welcher sich als Künstlerin und Lithographin Louise Kannengieser und als Verlag Wolf Hagelberg in Berlin rekonstruieren lassen. Dargestellt ist ein Blick auf die Klosterstraße, eine wichtige Straße der Prenzlauer Altstadt, die an der Westseite der Marienkirche vom Marktberg abzweigt und ihren Namen nach der in dieser Straße befindlichen Franziskaner-Klosterkirche hat. Diese ist auf der rechten Straßenseite im Mittelgrund auch zu erkennen, davor mit dem Giebel im Empire-Stil die 1833 erbaute höhere Töchterschule, seit 1846 als solche genutzt. Ganz rechts im Vordergrund jedoch die Loge "Zur Wahrheit", 1795 gegründet und 1848 mit 65 Mitgliedern eine wichtige Einrichtung der Stadt, die bürgerliche Initiativen für das Gemeinwohl förderten. Das Blatt wurde alt auf Bildmaße beschnitten, auf einen säurehaltigen Karton geklebt und in einfachem Rahmen mit Goldleiste gerahmt, auch die Glasscheibe ist noch alt und handgeblasen. (Abb. 1 Vorderseite) Auf der Rückseite hat ein früherer Besitzer, der wohl diese Rahmung vornahm, die Künstlerin und den Verlag vermerkt sowie einzelne ihm besonders in Erinnerung befindliche Gebäude. Er hat sich auch selbst genannt: "Dr. M. Rudolph / geb. 25. 3. 1898" und erklärt damit, wie diese Stadtansicht mit seiner Familiengeschichte verbunden ist - ein schönes Zeugnis. Dr. Martin Rudolph (1898-1974) stammte aus Prenzlau, studierte Geographie, Geologie und Vorgeschichte und war zunächst in Mannheim am Museum, dann als Lehrer tätig, 1947 ging er nach Göttingen. Ich danke Dr. Peter Bahl, Landesgeschichtliche Vereinigung für die Informationen zu diesem Genealogen, der auch mit heimatkundlichen Beiträgen zur Uckermark hervorgetreten ist. (Abb. 2 Rückseite) Beim Beschneiden und Rahmen wurden die Künstler-, Verlags- und Ortsbezeichnungen auf dem Blatt abgeschnitten, die jedoch dankbarerweise auf dem Rückenkarton aufgeklebt bewahrt blieben, wie erst durch das Ausrahmen festgestellt wurde. (Abb. 4, Abb. 6): Mi. o. "Klosterstrasse / mit der Loge.", li. u. "Lith. Anst. v. W. Hagelberg, Berlin.", re. u. "Gez. u. Lith. v. Louise Kannengieser." Der säurehaltige Karton auf der Rückseite bedroht das seltene Bildmotiv, das nur leicht trocken gereinigt wurde. (Abb. 5 Vorderseite). In 50 Jahren könnte es denselben gebräunten Zustand aufweisen wie ein Blatt aus derselben Folge (V 363 K2). Perspektivisch wird daher eine Ablösung der Leimschicht empfohlen und eine Neurahmung in säurefreien Karton. Das Blatt ist stark gebräunt, außerdem leicht fleckig, der blaue Farbton des Himmels ist kaum noch zu erkennen. 2022 wurde der Rahmen geöffnet, (Abb. 3-6) die Einrisse und Beschädigungen durch das Beschneiden des Blattes befestigt, das Blatt trocken gereinigt und anschließend wieder gerahmt. Bei der Rahmung wurde der stark säurehaltige Rückkarton wiederverwendet und deshalb durch einen weiteren säurefreien Karton von der aufkaschierten Lithographie getrennt. Das Blatt wurde 2001 aus Hanauer Privatbesitz erworben.

ObjektartDruckgrafik
MaßeRahmenmaße außen: Höhe 27,6 cm, Breite 35,2 cm
MaterialLithographie auf Velin, Reste blauer Kolorierung im Himmel (oder Tonplatte?)
InventarnummerV 3912 K2
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:49
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Dominikanerkloster Prenzlau CC BY-NC-SA

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Dominikanerkloster Prenzlau

Das Museum befindet sich im ehemaligen Dominikanerkloster, einer der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Nordostdeutschland. Der gesamte Kreuzgangbereich sowie Teile des ersten Obergeschosses werden museal genutzt, Friedgarten und Refektorium außerdem für Festveranstaltungen und Konzerte. Ein moderner Galerieraum wurde 2011 im angrenzenden ehemaligen Waschhaus eröffnet. Das Kloster hat sich seit der umfassenden Sanierung 1997-1999 zu einem für die Region bedeutenden Kulturstandort entwickelt. Es vereinigt unter seinem Dach das Kulturhistorische Museum, das Historische Stadtarchiv, die Stadtbibliothek und das Veranstaltungszentrum "Kulturarche". Der Besucherservice mit Ladengalerie bietet touristische Informationen und Veranstaltungstickets. Das Museum hat aufgrund seiner weit über 100-jährigen Geschichte - trotz erheblicher Kriegsverluste - einen großen Sammlungsbestand zur Stadt- und Regionalgeschichte. Schwerpunkte bilden die Kloster- und Kirchengeschichte mit sakralen Objekten der Region und herausragenden archäologischen Funden aus dem Kloster Seehausen, die mittelalterliche Stadtentwicklung, das Zunftwesen, die Rolle Prenzlaus als preußische Garnisonsstadt und die mannigfachen Brüche in der Geschichte der Stadt sowie eine kleine Schau zum hier geborenen Maler und Goethefreund Jakob Philipp Hackert. Mehrere Sonderausstellungen jährlich und Projekte im Rahmen von "Kulturland Brandenburg" sind mehr als nur eine Ergänzung.

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