Anders, Jörg P. (1970-1999) CC BY-NC-SA

Beschreibung

Das 1828 entstandene Gemälde Eduard Gaertners zeigt eine Ansicht der Wendeltreppe (Großes Treppenhaus) des Berliner Schlosses. Die hinter dem "Schlüterportal" im Ostflügel (der Spreeseite) gelegene Treppenanlage entstand im Zuge des ab 1699 begonnenen Ausbaus des Schlosses durch den Architekten Andreas Schlüter. Von hier aus gelangte man vom kleineren der beiden Schlosshöfe aus über den Schweizersaal in die im zweiten Obergeschoss gelegenen Paradekammern König Friedrichs I. in Preußen. Der Aufgang war dreiläufig und beinhaltete eine Kombination von Treppen und einer sanft ansteigenden Rampe. Aus südlicher Richtung nach Norden schauend, zeigt Gaertners Darstellung einen querschnittartigen Einblick in das Treppenhaus, der dessen komplexen Aufbau besonders gut zur Geltung bringt. Wachsoldaten marschieren im Gleichschritt die Rampe empor, um ihren Posten im Schweizersaal einzunehmen. Gaertner nutzte häufig Staffagefiguren, um den nüchtern wirkenden Architekturdarstellungen Leben einzuhauchen. In der Ansicht der "Wendeltreppe im Berliner Schloss" wird dies vor allem durch die Figur eines kleinen Kindes erreicht, das die Treppe auf Knien und Händen erklimmt und den Betrachter:innen entgegen zu krabbeln scheint. Das Gemälde gehört zu den frühen Ankäufen von Werken des Künstlers durch das Königshaus. Gaertner schuf es kurz nach seiner Rückkehr von einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Paris, den er durch eine Erwerbung König Friedrich Wilhelm III. von Preußen finanzieren konnte. Der Kontakt mit der dortigen Malerei verhalf ihm schlussendlich zu seinem künstlerischen Durchbruch. Friedrich Wilhelm III. erwarb die Ansicht der "Wendeltreppe im Berliner Schloss" 1828 auf der Ausstellung der Berliner Akademie der Künste und integrierte sie in die Ausstattung des Potsdamer Stadtschlosses. Im 20. Jahrhundert befand sie sich im Hohenzollernmuseum. Heute wird das Gemälde im Schloss Charlottenburg gezeigt. Georg Friedrich Prinz von Preußen, ehemals Hohenzollernmuseum, SPSG Dr. Alexandra Nina Bauer (2022)

ObjektartGemälde
Maßeohne Rahmen: Höhe: 59.00 cm Breite: 47.50 cm
MaterialÖl auf Leinwand
InventarnummerGK I 4369
Stand der Infomationen2025-02-05 21:23:49
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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg CC BY-NC-SA

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Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Hohenzollern ließen ab dem 17. Jahrhundert neben ihrer Hauptresidenz in Berlin verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Der Gartengestalter Peter Joseph Lenné fasste im 19. Jahrhundert mehrere dieser Schloss- und Gartenensembles zu einer Kulturlandschaft zusammen, die 1990 in die UNESCO-Liste des Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde. Die 1995 gegründete Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) pflegt diesen Reichtum brandenburgisch-preußischer Geschichte, betreut die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen und macht sie auf vielfältige Weise der Öffentlichkeit zugänglich. Die SPSG ist ein Zusammenschluss der nach 1945 getrennten Schlösserverwaltungen in Potsdam und West-Berlin und knüpft an die bereits 1927 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung mit dem Haus Hohenzollern gegründete preußische Schlösserverwaltung an. Derzeit verwaltet die SPSG über 150 historische Bauwerke sowie rund 800 Hektar Gartenanlagen. Über 30 Häuser aus fünf Jahrhunderten mit ihren hochkarätigen Kunstsammlungen sind der Öffentlichkeit regelmäßig zugänglich. Dazu gehören in Potsdam u.a. das Schloss Sanssouci, die Bildergalerie, das Neue Palais und Schloss Charlottenhof im Park Sanssouci sowie das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Potsdamer Neuen Garten. In Berlin betreut die SPSG Schloss und Garten Charlottenburg, Jagdschloss Glienicke, Schloss Schönhausen und die Pfaueninsel. Hinzu kommen die märkischen Schlösser Rheinsberg, Königs Wusterhausen, Caputh und Paretz sowie das Schlossmuseum Oranienburg.

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