CC BY-NC-SA
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Beschreibung

Das "Kassetten-Tonbandgerät 100" wurde Anfang der 1970er Jahre als erster Kassettenrecorder der DDR bei Stern Radio in Sonneberg produziert und auf der Leipziger Herbstmesse 1969 einem breiten Publikum vorgestellt. In einschlägigen Kreisen ist er bei den meisten auch als der einfachste und leichteste Kassettenrekorder der DDR bekannt. Tatsächlich konnte er so einfach getragen, repariert und umgebaut werden. Das Gehäuse besteht aus zwei Plastikschalen mit umlaufendem gebürsteten Aluminiumprofil als drittem gestalterischen Element, welches sehr sauber verarbeitet war. Das Profil bildet einen Rahmen, welcher das Laufwerk, die Lautsprecher und die Anschlussbuchsen hielt. Das Gerät verfügt über ein sehr einfaches, einmotoriges Laufwerk, das über einen Hebelarm an der Unterseite bedient wird. Dieser schaltet den Antriebsmotor und Tonkopf zu und bewegt die Abspieleinheit mechanisch in die Kassette. Es gibt auch keinen laut klingenden Kassettenauswurf. Diese nimmt man nach dem Heben der Abdeckklappe direkt mit der Hand aus dem Einlegefach heraus. Der einschiebbare Tragegriff besteht ebenfalls aus einem gebürstetem Aluminiumprofil und trägt den reliefartigen Schriftzug „Sonneberg“. In der Regel haben die Plasteteile eines Gerätes die gleiche Farbe, sie changieren lediglich innerhalb der Produktionsreihe zwischen knalligem rot, beige oder gelben und grauen Farbtönen. Der „KT 100“ wurde teilweise mit Kunstledertasche und Trageriemen ausgeliefert. Weitere Leistungsmerkmale sind ein integrierter Lautsprecher, eine Klangregelung, ein Kopfhöreranschluss, eine Pegelaussteuerung und eine Batteriekontrolle. Es ist sogar ein kleiner Löschgenerator vorhanden – ein Feature, das sich in der DDR bei allen Nachfolgemodellen des „KT 100“ finden ließ. Dieser erste tragbare Kassettenrecorder der DDR erfuhr über drei Produktgenerationen hinweg nur kleine Veränderungen: Während die erste Generation ein Schlitzmuster als Lautsprecherfront besaß, folgte in der zweiten Generation ein Lochmuster. In der dritten Generation wird der Hebel für die Laufwerkssteuerung aus verchromtem Metall anstelle von Kunststoff hergestellt. Das vorliegende Gerät gehört zur zweiten Generation.

Objektart Kassettenrekorder
Maße LxBxH 200 mm x 65 mm x 250 mm
Material Kunststoff, Metall
Inventarnummer 20
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:05
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Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst aus der DDR CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst aus der DDR

Museum Utopie und Alltag. Alltagskultur und Kunst aus der DDR Die Gegenstände des Alltags verschwinden, je weniger bedeutsam sie erscheinen und je beiläufiger sie gebraucht werden. Den Alltagsobjekten aus der DDR hat sich das Museum Utopie und Alltag am Standort Eisenhüttenstadt verschrieben. Dort sammelt es seit 1993 - zunächst unter dem Namen Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR - Gebrauchsgegenstände, Fotografien, Dokumente, Plakate und anderes mehr. Die von über 2000 Schenkern gestifteten Objekte der Sammlung bilden so etwas wie ein Sachinventar der DDR-Gesellschaft, das in wechselnden Ausstellung themenzentriert gezeigt und in der Dauerausstellung in den Kontext von Politik und Gesellschaft gestellt wird. Damit die Dinge kein Sammelsurium bilden, wird auf die Kontextualisierung durch Interviews und wissenschaftliche Erschließung der Sammlungen Wert gelegt. Die hier dokumentierten Objekte aus dem Bestand des Hauses zeigen Beispiele von Gebrauchsgegenständen, die in meist großer Verbreitung im Alltag anzutreffen waren.

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