Schneiderelle, 19. Jahrhundert

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Beschreibung

Die Schneiderelle oder auch Tuchelle ist ein traditionelles Handwerkzeug des Schneiders, um Tuchbahnen abzumessen. Die Elle ist eine Längenmaßeinheit und mit der Einführung der neuen Maß- und Gewichtsordnung am 16. Mai 1816 betrug eine Berliner Elle 66,694 cm das entspricht 25 ½ Zoll. Diese vierkantige Schneiderelle aus Holz hat außer einem eingeprägten Adler und drei Kerben am oberen Teil keine Verzierungen. Am unteren Teil der Elle sind die Buchstaben B und N sichtbar dazwischen vier senkrechte Striche. Zwischen Kerbe 2 und 3 ist ein 9 cm langes genageltes Eisenstück angebracht, dass wohl die gebrochene Elle zusammenhält. Am schmalen Ende der Elle ist eine 1,4 cm lange Eisenkappe angebracht. Am Griff ist eine Schnur befestigt, die zum Aufhängen der Schneiderrelle diente.

Objektart Meßgerät
Maße Berliner Elle 66,694 cm, Griff 13 cm
Material Holz, Metall
Inventarnummer 169/5
Stand der Infomationen 2023-12-03 14:57:18
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Heimatmuseum am Salzmarkt CC BY-NC-SA

Dieses Objekt im Museum

Mittenwalde Museum Salzmarkt 5

Das Museum zur Stadtgeschichte Wir laden Sie herzlich ein, unser historisches Ackerbürgerstädtchen Mittenwalde mit seinem im historischen Zentrum der Stadt gelegenen Museum Salzmarkt 5 kennenzulernen. Ein liebevoll restauriertes Fachwerkhaus aus dem Anfang des 18.Jahrhunderts präsentiert in seinen Räumen die über 700jährige Geschichte der Stadt. Sie erleben einen kleinen Streifzug durch das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Das Fachwerkhaus Salzmarkt 5 und seine Geschichte Zu Beginn des 16. Jh. befand sich auf dem Grundstück ein Gebäude mit Mauerwerk und Feldsteinkeller. Das Steingebäude kann als Hinweis auf eine sozial höherstehende Besiedlung des Salzmarktes am Ende des Mittelalters gewertet werden, die der aus den historischen Quellen erkennbaren Bedeutung Mittenwaldes in dieser Zeit entspricht. Gegen Ende des 16.Jh. oder zu Beginn des 17. Jh. wurde das Gebäude durch ein Fachwerkhaus mit zwei darunter liegenden Kellerräumen, die mit einem Backsteingewölbe versehen waren, ersetzt. Die hofseitige Fassade des Fachwerkhauses befand sich nicht in der heutigen Flucht, sondern war um mindestens 2 m nach Norden versetzt. Während des 17. oder 18. Jh. wurde auf der Parzelle das heutige Fachwerkgebäude errichtet. Ob der Neubau des Hauses eine Folge des großen Stadtbrandes von 1638 bzw. des 30jährigen Krieges war oder mit den Pestepidemien zusammenhängt, muss ebenfalls Spekulation bleiben. Abgesehen von einzelnen Umbauten, die mehr oder weniger tief in seine ursprüngliche Bausubstanz eingegriffen hatten, bestand das Fachwerkhaus des 17./18. Jh. bis zu seinem Umbau fort. Um 1840 wohnte in dem als Weberhaus bezeichneten Haus der Tischler Friedrich Schunk. Das Haus blieb bis 1998 im Besitz der Familie Schunk, war allerdings seit 1953 in der Verwaltung der Stadt Mittenwalde. Ein so genanntes „Westgrundstück“, an dem keinerlei Investitionen vorgenommen wurde. So verfiel die Bausubstanz immer mehr und das Haus war seit den 1980er Jahren nicht mehr bewohnbar. Noch 1998 war das Gebäude eine Ruine und dem Verfall preisgegeben. Doch die Stadt fasste den Beschluss, das Grundstück zu erwerben und das denkmalgeschützte Gebäude umfassend zu sanieren und zu restaurieren. Die Sanierung des Gebäudes wurde mit Fördermitteln des Bundes, des Landes Brandenburg, der Kommune und einer großzügigen Spende des Ehrenbürgers der Stadt Mittenwalde, Herrn Dr. Karl Heinz Drogula (1925-2017), finanziert. Am 06.Oktober 2001 übergab die Stadt das restaurierte Fachwerkhaus an den Heimatverein Mittenwalde zur Nutzung als Museum für Stadtgeschichte. Die Museums-Schmiede Wie es im 19.Jh. in einer Schmiede zuging, erfahren Sie in der zum Museum gehörenden historischen Schmiede, die wieder zum Leben erweckt wurde. Das Inventar der Schmiede wie Werkzeuge, Maschinen und Geräte haben Vereinsmitglieder restauriert, 2016 konnte der originale Blasebalg wiederhergestellt werden, die dabei gefundenen zahlreichen Granatsplitter aus dem April 1945 bieten nun als Exponat einen Bezug zu den letzten Kriegstagen in der Stadt. Erst kürzlich konnte eine ursprünglich vorhandene aber defekte zweite Schmiedeschüssel repariert werden, um zwei Schmiedefeuer zu unterhalten. Originale Werkzeuge und Gerätschaften aus der Werkstatt des letzten Mittenwalder Schmiedes sind ausgestellt, ein Transmissionsantrieb ist funktionsfähig. Schmiedekunst hat Tradition, bei uns können Sie beim Schauschmieden, authentisch vorgeführt von zwei gelernten Schmieden, dieses alte Handwerk sehen und erleben. Es findet zu besonderen Anlässen, wie dem Internationalen Museumstag und dem Denkmaltag statt, selbst handanlegen ist an diesen Tagen möglich. Alte Handwerkstechniken besonders für Schüler zu demonstrieren betrachten wir als Bildungsauftrag. So sind regelmäßig Schulklassen zu Gast und üben sich im Schmieden eines Nagels oder eines Herzchens, dass stolz zu Hause präsentiert werden kann. Die Schmiede und ihre Geschichte Der Schmiedemeister Paul Zakowski kaufte 1928 das Haus Salzmarkt 4 in Mittenwalde und ließ 1935 den zum Grundstück gehörenden Stall zur Schmiede ausbauen. Sein Sohn Fried-rich ging bei ihm von 1942 bis 1945 in die Lehre, legte 1951 die Prüfung für Hufbeschlagschmiede ab und wurde 1959 als Schmiedemeister mit Hufbeschlag in die Handwerksrolle eingetragen. Mit dem Eintritt in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Mittenwalde betrieb er das Schmiedehandwerk nur noch nebenberuflich. Als er am 06.August 1988 verstarb, blieb die Schmiede ungenutzt. Seit dem Jahr 2005 bemühte sich der Heimatverein intensiv um die Wiederbelebung dieses Kleinodes. Die Stadt Mittenwalde ließ sich überzeugen und kaufte das Teilgrundstück mit der Schmiede für das Museum Salzmarkt 5. Das Gebäude wurde mit Fördermitteln saniert. Die historische Schmiede, nun als Teil des Museums Salzmarkt 5 wurde im August 2011 eingeweiht und für Besucher geöffnet. Der Museums-Weingarten Bei schönem Wetter können Sie in dem zum Museum gehörenden Garten verweilen. Dort stehen rund 90 Weinstöcke der Rotweintraubensorte "Regent" und der Weißweintrau-bensorte "Phönix", aus denen die "Mittenwalder Museumstraube" gekeltert wird. Der Wein ist nur für vereinsinterne Zwecke bestimmt und kommt nicht in den Verkauf. Die Rebstöcke wurden im Mai 2005 gesetzt und sollen an die alte Weinbautradition in Mittenwalde erinnern. Die Stadt Mittenwalde hatte bereits 1573 einen Weinberg, der bis in das 17.Jh. hinein Wein trug. An vielen Häusern in der Stadt fanden sich noch in den 1920er Jahren an den Südfassaden Weinstöcke. Auch diese Tradition hält das Museum aufrecht, an seiner Hausfassade gedeiht noch immer ein etwa 50 Jahre alter Weinstock, dessen Trauben zwar klein aber wunderbar süßschmeckend sind.

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