Scheibenbeil aus Zichow

Beil Aufsicht Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Beil linke Seite (Aufsicht) Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Beil Unterseite Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Beil rechte Seite (Aufsicht) Konrad von Fournier CC BY-NC-SA

Beschreibung

Aus Zichow, Gem. Zichow, Fdpl. 8 liegt ein sehr sparsam bearbeitetes Scheibenbeil vor. Es zeigt durch seine umfangreiche Kortexbedeckung (Kalksteinrinde) die schnelle Zurichtung dieses Beiltyps. Lediglich einige Kanten und die Dorsalfläche (Oberseite) wurden behauen und die Arbeitskante wurde durch einen Schneidenschlag erzeugt. Dieser Bereich zeigt einige makroskopisch sichtbare Spuren der Nutzung. Vermutlich wurde das Beil verworfen, da eine Nachschärfung den Kosten-Nutzen-Aufwand überstiegen hätte. Scheibenbeile erscheinen in Norddeutschland und in der Region Uckermark vor allem im ausgehenden Mesolithikum (Mittelsteinzeit). Hier lösen sie die bis dahin meistgenutzten Kernbeile in weiten Teilen ab. In verschiedenen Fundkontexten erscheinen Scheibenbeile jedoch schon früher und in Skandinavien gehören sie bereits seit dem ausgehenden Paläolithikum (Jungsteinzeit) zu den archäologischen Leitformen. Von den Kernbeilen unterscheiden sie sich durch ihre glatte Unterseite (Ventralfläche), die durch den Trennschlag erzeugt wurde, der das Objekt aus der Rohstoffknolle löste (Wenzel 2012, 631-633; v. Fournier i. Vorb., 56 ff, 80-81). Scheibenbeile sind ein Standardwerkzeug der letzten Jäger und Sammler in Brandenburg und wurden für die Holzbearbeitung oder zum Zerteilen tierischer Produkte genutzt. Literatur K. v. Fournier, Kern- und Scheibenbeile in der Uckermark. Quantitative und qualitative Analysen an mesolithischen Inventaren aus Nordost-Brandenburg (i. Vorb.). S. Wenzel, Kern- und Scheibenbeile. In: H. Floss (Hrsg.), Steinartefakte. Vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit, 2012/2013, 631-638.

Objektart Scheibenbeil
Maße 69x40x20
Material Flint/Silex
Inventarnummer MA00529
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:05
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Museum Angermünde CC BY-NC-SA

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Museum Angermünde

1913 entstand als Gründung des „Vereins für Heimatkunde Angermünde“ ein Heimatmuseum. Neben Spenden von den Handwerkerinnungen und Kirchengemeinden bilden von Beginn an archäologische Funde aus dem gesamten Gebiet des Altkreises Angermünde einen Sammlungsschwerpunkt. Seit 2005 ist das Heimatmuseum mit dem 1974 entstandenen Literaturmuseum „Ehm Welk“ vereint. Der vor allem durch seinen Roman „Die Heiden von Kummerow“ bekannte Schriftsteller wurde 1884 im Angermünder Ortsteil Biesenbrow geboren und starb 1966 in Bad Doberan. In der neuen Ausstellung des Museums am neuen Standort im Stadtzentrum von Angermünde liefern Zitate und Bilder aus den Werken von Ehm Welk den „roten Faden“ zwischen den einzelnen Themen. Neben den umfangreichen heimatkundlichen und archäologischen Sammlungen verfügt das Museum über eine wertvolle Regionalbibliothek, Nachlässe des Bildhauers Albert Manthe und anderer Künstler, ein Bildarchiv, Karten und Pläne.

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