Geröllkeule aus Angermünde

Keule Aufsicht Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Keule Seite Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Keule Unterseite Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Keule Detail Konrad von Fournier CC BY-NC-SA
Keule Detail extra groß Konrad von Fournier CC BY-NC-SA

Beschreibung

Bei diesem Gerät handelt es sich um eine Geröllkeule aus dem Depot des Museums Angermünde, Gem. Angermünde ohne genauere Herkunftsbestimmung (Gramsch 1973, 88). Geröllkeulen sind eine der frühesten Formen schwerer Geräte im Inventar mesolithischer (mittelsteinzeitlicher) Jäger und Sammler. Die hier gezeigte Keule ist überdies einer der seltenen Fälle, in denen die zuerst gepickte Rohform auf der Oberfläche sorgfältig überschliffen wurde (Biermann 2011, 13). Das Schaftloch ist von beiden Seiten gepickt und dann nachgeschliffen worden (Durchmesser außen: 41 mm, innen: 27 mm). Die Ränder der Öffnung zeigen noch die typischen Pickspuren und der Umriss kann als unregelmäßig, leicht oval beschrieben werden. Geröllkeulen treten in Südskandinavien bereits im frühen Mesolithikum (Boreal) auf und werden in dieser Form bis in das frühe Neolithikum (Jungsteinzeit) verwendet (Gramsch 1973, 29; Biermann 2011, 14). Es gibt nur wenige kontextualisierte Funde aus archäologischen Grabungen, wodurch die Datierung und die Frage nach der ursprünglichen Nutzung in vielen Fällen offenbleibt. Der geographisch nächste Fund einer archäologisch belegten Geröllkeule stammt aus dem mecklenburgischen Hohen Viecheln, Lkrs. Nordwestmecklenburg. Das Gerät erscheint dort mit dem Rest der hölzernen Schäftung. Eine ähnliche Verwendung wird auch für den hier gezeigten Vertreter anzunehmen sein. Literatur E. Biermann, Steinerne Keulenköpfe – Die Mesolithische Revolution und die Bandkeramik. In: H.-J. Beier, R. Einicke, E. Biermann (Hrsg.), Varia neolithica VII. Dechsel, Axt, Beil & Co – Werkzeug, Waffe, Kultgegenstand? Aktuelles aus der Neolithforschung. Beiträge der Tagung der Arbeitsgemeinschaft Werkzeuge und Waffen im Archäologischen Zentrum Hitzacker 2010 und Aktuelles. Sonderdruck aus: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas 63, 2011, 9-27. B. Gramsch, Untersuchungen zum Mesolithikum im nördlichen und mittleren Tieflandraum zwischen Elbe und Oder. Bd. 1 Textband, Bd. 2 Fundkatalog, Bd. 3 Tafeln (unpublizierte Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin 1963).

Objektart Geröllkeule
Maße 88x81x44
Material Felsgestein/Granit
Inventarnummer MA00557
Stand der Infomationen 2023-10-05 23:55:05
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Museum Angermünde CC BY-NC-SA

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Museum Angermünde

1913 entstand als Gründung des „Vereins für Heimatkunde Angermünde“ ein Heimatmuseum. Neben Spenden von den Handwerkerinnungen und Kirchengemeinden bilden von Beginn an archäologische Funde aus dem gesamten Gebiet des Altkreises Angermünde einen Sammlungsschwerpunkt. Seit 2005 ist das Heimatmuseum mit dem 1974 entstandenen Literaturmuseum „Ehm Welk“ vereint. Der vor allem durch seinen Roman „Die Heiden von Kummerow“ bekannte Schriftsteller wurde 1884 im Angermünder Ortsteil Biesenbrow geboren und starb 1966 in Bad Doberan. In der neuen Ausstellung des Museums am neuen Standort im Stadtzentrum von Angermünde liefern Zitate und Bilder aus den Werken von Ehm Welk den „roten Faden“ zwischen den einzelnen Themen. Neben den umfangreichen heimatkundlichen und archäologischen Sammlungen verfügt das Museum über eine wertvolle Regionalbibliothek, Nachlässe des Bildhauers Albert Manthe und anderer Künstler, ein Bildarchiv, Karten und Pläne.

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